Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Prophetie und Teleologie bei Maimonides [Nachricht]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
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Prophetie und Teleologie bei Maimonides 143 erscheint, hätte er den entscheidenden Wechsel einräumen sollen. So oder so, die Unmöglichkeit, M.-Kom. und More auf einer Ebene zu halten, muß zugegeben werden. Auch die zustimmende Erwähnung meines Nachweises der wesentlichen Loslösung M.s von Aristoteles (S. 480) hätte H. vielleicht veranlassen sollen, seine auf einer Seite (Zweckb. 73) dreifach variiert vorgetragene Überzeugung, daß ״im More die echt aristotelischen Züge reiner hervorzutreten scheinen“, entsprechend zu modifizieren und dies mit einem Worte anzudeuten. 5. Natur und Gesetz in der Teleologie behandle ich außer S. 456 auch ausführlicher in den längeren Noten 513, 20ל und 531, 331—332; ferner in meinem Aufsatz התכלית והתוארים בתורת הרמב״ם (Tarbiz I, H. 1, S. 106—136; IIS. 27—73״, besonders ציון ו׳ und ציון י׳ (über More III 32). Leider hat H., der schon Literatur aus 1931 bespricht, diese 1930 erschienene Arbeit unberücksichtigt gelassen. 6. Die Stoa mehr als zu Analogie zwecken heranzuziehen, sehe ich keinen Anlaß, so lange nicht ein bewußter Zusammenhang zwischen M. und ihr klar feststeht. Eine kategorische Behauptung, ,,die Stoa . . . hat auf M. gewirkt“ (H. 480), muß wohl erst bewiesen werden. Galen wird gerade in den Stellen über die Einheitlichkeit der Welt etc., wo er vermittelt haben soll, überhaupt nicht erwähnt. Das einheitliche Weltbild ist übrigens älter als die Stoa und auch älter als Aristoteles. Ursprungsgeschichte von Ideen in einer Maim.-Studie zu treiben, muß ins Uferlose führen und ohne das Kriterium bewußter Bezugnahme — wie hier auf Aristoteles — besteht die Gefahr fruchtloser Post-hoc-propter-hoc-Spekulationen. Die 478, 2 erwähnte Stelle in H.s Poseid. met. Sehr. II 335, 2 ist wenig überzeugend. Die zitierte Dieterici-Stelle ist viel zu allgemein und besagt nicht mehr als das danebenstehende Wallenstein-Zitat (man könnte ebenso Ps. 104, 21, 27, 29 anführen) — reicht aber nicht aus, systematische Abhängigkeiten zu sichern1. — In meiner Note 459, 96 (H. 480, 3) hätte die sinnentstellende 1 Noch charakteristischer ist die Bemerkung H.s (492, 1) über ,,Poseidonios, der, wohl durch Vermittlung Galens (Löw, Flora d. Juden I 451 f. über Scammonia), auf die Araber wirkte“ im Zusammenhang mit Albos (und Ciceros) Anführung der Pflanze Scammonia als Beispiel einer ErfahrungsWahrheit. Nun ist für Poseid. kein Beleg angeführt; Löw, der nichts von einer erkenntnistheoretischen Verwendung erwähnt, führt bloß eine Galen zugeschriebene Bezeichnung der Scammonia an, die er ״vergeblich gesucht“ hat (S. 452). — Aber auch was die Bekanntschaft mit diesem offenbar sehr populären Medikament betrifft, so ist das die erste Gebrauchsbesebreibung der Scamm. enthaltende (L. 451) Werk des Dioskurides (ca. 100 J. vor Galen) im 9. Jhdt. zweimal für die Araber übersetzt worden und war dann ihr zentrales standard-work (Wellmann, Pauly־Wiss. Realenzykl. V1136 ff.) — und gerade war es der Cod. Constant., der die älteste richtige Darstellung der Scamm. enthält (Löw), der bearbeitet wurde (Wellmann). Galen also spielt hier keinerlei Rolle und von der philosophiegeschichtlichen Reihe Poseid.-Galen-Araber bleibt nichts übrig.