Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Prophetie und Teleologie bei Maimonides [Nachricht]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829994-2838154--51906-2838242- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
142 Diesendruck-Heinemann hinzu ,,und eigentlich in der Welt überhaupt“, dies auf Grund der schwankenden Ausdrucksweise M.s. Es gibt eben auch allgemeine Fassungen, die, wie ich glaube, nicht zu vernachlässigen sind. So תכלית העולם1 וכל אשר בו. Das עאלמנא des Originals heißt niemals sublunare Welt im technischen Sinn. Auch der den Anlaß und Abschluß bildende Talmudausspruch אץ לו להקב״ה בעולמו וב׳ weist irgendwie darauf hin, daß hier an das Zweckproblem der.ganzen Welt herangetreten wird. Wenn ferner, nach den allgemeinen כל דבר במצא und הנמצאים aufs spezielle Problem eingegangen wird, ist die Rede von מה שהמציאתו המלאכה האלהית והחכמה הטבעית (מא אוגדתה אלצנאעה אלאלאהית ואלחכמה אלטביעיה). Ein besonderer Zweck für die superlunarische Welt, da doch alles Seiende einen Zweck haben muß, wird mit keinem Wort angedeutet. Später im More, III 13, bei der Ablehnung des Anthropozentrismus, wird die Selbstzwecklichkeit der Gestirne und der Tiere in einem Atem genannt. (Über Pflanzen s. Tel. 502, 236). Man kann also schon im M.-Kom. dem Weltenimterschiede keine große systematische Bedeutung beimessen, sicher aber gar keine in der More-Periode, wenn man dort die Einheit der Welt als Lehrmeinung anerkennt (H. 479). — Selbst- oder Fremdzwecklichkeit, zusammenhängend mit dem Problem Teil—Ganzes, ist die entscheidende Alternative; sie auf ein anderes Unterschiedsgebiet zu verschieben, ist Verkennung des Sachverhaltes. — c) Die zwei entscheidenden Punkte — der Anthropozentrismus als solcher und seine Begründung־ mit der Vollkommenheit des Menschen —sind es, die M. im M.-Kom. mit Saadia "gemein hat und die er dann, im More, aufgibt. Sicher aber trifft der Vorwurf, M. zum ,,Parteigänger des Kalam“ zu machen, mich, der ich den Anthropozentrismus als vorübergehende, später überwundene Lehrmeinung darstelle, viel weniger als etwa H. selbst, der diese Lehrmeinung, zumindest für die sublunare Welt, als die endgültige bezeichnet. — d) Da H. seine Schrift ,,Zweckbestimmung etc.“ anführt, hätte er wohl etwas direkter Stellung nehmen können zu meinem Hinweis (Tel. 427, 34) auf die Widersprüchlichkeit in seinen Harmonisierungsversuchen zwischen M.-Kom. und More. Zumindest im Punkte Sublunarität, der ihm jetzt so ausschlaggebend 1 So in sämtlichen Drucken. Das ungenaue העולם הזה (H. Zweckb. 63,2) ist eine der Verbesserungen Hamburgers (S. 53). H.s weitere Bemerkung־, ,,auf der letzten Zeile ist העולם הזה willkürlicher Zusatz des Übersetzers“, beruht auf einem zweifachen Irrtum: es heißt dort nicht הזה, sondern וזה und gehört zum nächstfolgenden Satz וזה הדבר לא נודע etc.; ferner ist das ganze העולם ein willkürlicher Zusatz — Hamburgers. Der Übersetzer hat für פהו אלגרץ in sämtlichen Drucken הוא התכלית והוא החפץ, was dem Sinne des das zugleich Zweck und Absicht heißt, gut entspricht. Für uns ( ist gerade die Bezeichnung als Endabsicht s chl'e chth'i n lehrreich, wie sie auch später (Hamb. 56, 15) noch deutlicher wiederkehrt in נרץ אלבארי, hebr. תכלית הבורא oder besser חפץ הבורא (anstatt des sinnentstellenden אשר חפץ הבורא לתתו לו, korr. nach Wolff, Mag. f. d. Wiss. d. Jud. IV 51); Poe. S. 102 : quem scopunr proposuit creator.