Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Abraham ibn Esra zu Ex 25, 10 und Jesaja 57, 9
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 5)
- Language
- German
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132 D, Herzog' erwähnte Erklärung geschöpft hat, weil wir dadurch gleichzeitig einen recht interessanten Einblick in die geistige Werkstatt iE.s gewinnen, namentlich über die Art, wie er die Erklärungen übernommen und zum Teil umgebogen hat. Die Erklärung des Wortes 1ותשורי ist eigentlich bis auf den heutigen Tag noch ungeklärt. LXX und auch das Targüm paraphrasieren die Stelle, indem erstere sie mit den Worten wiedergibt: xat hzXij&ovas zty nopvsrav 000 per aduov [xat 7to)lobs s7rotrjaas zobs paxpav äno 000], das letztere mit: כד עבדת ליך אוריתא אצלחת בפלכוחא [וכדאסנית לין* עובדין הבין סניאה משרייתיך ובר!. Diese Paraphrasen kommen also für uns weiter nicht in Betracht. Symmaclius und nach ihm die Vulgata, die aller Wahrscheinlichkeit nach וחסכי gelesen hat2, übersetzt: et ornasti te regi unguento et multiplicasti pigmenta tua3. S a a d i a übersetzt: ואמא אנת פאטרפת אלפלוך באלאדהאן Fürwahr, was dich anlangt, brachtest du den Königen kostbare öle (nämlich als ,האריה ותאחפד Geschenk)4. Saadia also hat das Wort ,,ותשורי“, ähnlich wie das I Sam 97 stehende תשורה״“ aus einer שורי/ן! mit folgendem ב darbringen abgeleitet5. Menahem b. Sarük erklärt das Wort ähnlich wie Symmachus (und diesem folgend Vulgata), indem er sagt: 6יתכן להיות לשון פיכה, das Wort תשורה hingegen mit 1 Impf. Kal von שור I, vgl. Gesenius, HW.15, S. 809, s. v. שור I. a Ed. Hetzenauer, Rom 1914, S. 716 z. St. 3 So auch Symmachus, von dem es die Vulgata übernommen hat und der es aller Wahrscheinlichkeit nach mit שרה II arab. aram. תרע feucht sein, vgl. Ges. HW.15, S. 874 s. v., in Verbindung gebracht haben dürfte. Ähnlich erklärt es auch Menahem, מחברת, S. 180, s. v. שר, Abt. 2. Nur bringt er es merkwürdigerweise mit (Jer 2214) in Verbindung, was aber unzulässig erscheint. In neuerer Zeit so auch T. K. Cheyne und Marti u. a. (vgl. weiter unten S. 139). Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch bemerken, daß das Verhältnis der Vulgata (Hieronymus) zu Symmachus noch einer gründlichen Bearbeitung bedarf, weil ich die Abhängigkeit des Hieronymus von dem genialen Symmachus viel größer halte, als man bislang gemeinhin angenommen hat. 4 Ed. Derenbourg, Paris 1896, 86 z. St. 6 Vgl. Ges. HW.16, S. 902, s. v. תשורה. Über "die weitere Begriffs» entwicklung des Wortes zu ״mit etwas reisen“, zu ״etwas bringen“, vgl. weiter unten S. 135, namentlich aber die Ansicht Parhons. 6 מחברת מנחם, London 1854, S. 180, s. v. שר III.