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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
Date
1933-01-01
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 Walter Fische! hang —■ obwohl kein Jerusalemer Druck — ein hebräisches Lehrbuch in persischer Sprache angezeigt, dem das Hebräische ganz und gar Selbstzweck ist und dessen Absicht schon i n seinem Titel klar und deutlich zum Ausdruck kommt: ספר תזוקי שפת עבר לבני ישראל הפרסיים .22 Dieses im Jahre 1918 in Teheran gedruckte Buch (172 S.) ist in jeder Hinsicht ein Novum. Zunächst schon deshalb, weil es in Teheran gedruckt wurde. Dem jüdischen Bibliographen war bisher Teheran als Ort vollhebräischer Drucke nicht bekannt1. Keine Stadt in Persien figurierte bis dahin in der so langen und interessanten Liste hebräischer Druckorte. Dieses Buch scheint in der Tat der Erstgeborene des hebräischen Druckes in Persien zu sein, und es eröffnete den Weg für eine Reihe von weiteren jüdischpersischen Veröffentlichungen in Teheran. Der geistige Hintergrund, der zum hebräischen Druckwesen in Teheran führte, kann in diesem Zusammenhang nicht aufgedeckt, werden. Das gehört zur Darstellung der Gegenwartsgeschichte der persischen Judenheit, die wenn auch ihren symptomatischen Niederschlag grade in dem gedruckten Wort findet, doch an anderer Stelle behandelt werden soll. Nur das sei gesagt: Daß zum ersten Male im Jahre 1918 eine literarische Tätigkeit unter den persischen Juden, nun nicht in Jerusalem, sondern in ihrem eigenen Lande, einsetzte, hängt mit den neuen geistigen Aspekten und Hoffnungen zusammen, die Teile der persischen Judenheit an die Balfour - Deklaration und 1 Allerdings sind hebräische Typen schon benutzt worden in einem genannten polemischen Werk gegen die Juden, das den im Jahre 1818 zum Islam übergetretenen Juden Mirza Muhammad Riza zum Verfasser hat. Über diesen persischen ״Rohling“ soll an anderer Stelle gesprochen werden. Das Buch, vom Verfasser ursprünglich in Raschischrift abgefaßt, erschien in der Bearbeitung von muslimischen Mullas im Jahre 1894 in Teheran als Lithographie; die darin angeführten Bibelverse sind Hebräisch gesetzt und von einer persischen Transkription begleitet. Vgl. E. N. Adler: A Gazetteer of Hehrew Printings, London 1917, S. 22. Auch von der englischen Judenmission in Persien wurden hebräisch-persische Drucke veröffentlicht u. a. ein christl. Katechismus f. jüdische Suhulen von dem englischen Judenmissionär Garland in Isfahan im Jahre 1899. Vgl. Bulletin de!’Alliance Isr. Univ. 1901, S. 57/60. Während meines Aufenthalts in Persien konnte ich jedoch darüber keine näheren Angaben erhalten.

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