Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
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122 Walter Fis chel weitert und mit vielen Verbesserungen versehen, erschien in Jemsalem im Jahre תער״ב (im Jahre des Angenehmseins). Gemeint ist natürlich חרע״ב, also 1912, das man aber der ominösen Bedeutung wegen ( Jahr des Hungers) nicht in dieser Form drucken wollte. Dieses sechssprachige Wörterbuch, das, wie das Titelblatt sagt, ששד, (! ) לשונות .רשמיות enthalte, stellt, ein richtiges 1 i t e r a - 1; is ches Kuriosum dar. Es soll den von Buchara nach Palästina Ziehenden das sprachliche Rüstzeug an die Hand geben und sie befähigen, auf ihrem Weg ins Heilige Land und dann auch während ihres Aufenthaltes in Jerusalem, sich die sprachlichen Kenntnisse anzueignen, die sie auf der langen Reise und im Verkehr mit den umgebenden Nachbarn brauchen. Es heißt ausdrücklich in ,der Vorrede כדי ללסד להעולים. לאה״ק לדבר בכל :לשונות הנחוצות על דרכו (!) und zwar בלי כל עמל וטורח. . Als solche notwendigen Sprachen erscheinen in der 1. Auflage: neben Persisch (פא״יסי), . Hebräisch (לשון.הקודש), Russisch (אדום־־), Französisch (פדאנסי), Arabisch (ערבי) und Türkisch (תורכי). In der 2. Auflage tritt an die Stelle des Französischen das Spaniolische (אשפדולית) — eine Änderung, die symptomatisch ist und von den veränderten geistigen Bedürfnissen der bucharischen Gemeinde Zeugnis ablegt1. Tn der Vorrede zur 2. Auflage sagt der Verfasser: וראיתי שאחינו אינם מורגלים כ״כ בשפת צרפתית, לבן הוצאתי את הצרפתית ונתתי במקומו (!) שפת אישפניולית, שפת אחינו הספרדים המורגל (!) בפי כל תושבי עה״ק♦ Dieses Buch steht also ganz im Dienste der Palästina Wanderung der bucharischen Juden, und seine Existenz wirft auf die Chibat״ Zion-Bewegung unter ihnen ein kulturgeschichtlich nicht uninteressantes Licht2 3. Darin liegt im Grunde auch seine ganze Bedeutung, denn das Sprachliche hält einer Kritik nicht stand. Der Verfasser hat den Wortschatz in den 6־ Sprachen nach gewissen Ge- 1 Bekanntlich gehören die persischen und bucharischen Juden ihrem Ritus nach zu den sefardischen Juden. Sie sind von den aschkenasischen Juden auch kulturell und wirtschaftlich sehr unterschieden. 3 Ein weiterer Beweis dafür auf literarischem Gebiet ist die Tatsache, daß der hebr. Roman von Abraham Mäpu ,,Ahawath Zion“, im Jahre 190$ von Simon Chacham ins Jüdisch-Persische übersetzt, im Jahre 1913 eine 2. Auflage erleben konnte.. Vgl. A. Jaari :,,Mosnajim“, 1932, Nr., 48. .אברהם מאפו בץ. יהודי ארצות המזרח