Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
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116 Walter Fischei tistische Regime in Buchara und Turkestan und durch die damit zusammenhängenden veränderten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse die geistige und faktische Vex^bindung dieser Juden mit Palästina völlig unterbrochen, ja verboten worden wäre. Damit verlor das jüdisch-pei'sische Druckwesen in Jerusalem sein Absatzgebiet im eigentlichen Mutterland, so daß viele wertvolle handschriftliche Schätze der ältesten jüdisch-persischen Literatur, die in Jerusalem schon kurz vor Ausbruch des Weltkrieges für den Druck vorbereitet waren, wohl kaum in absehbarer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können1 * 3. Die von Bacher bis in das Jahr 1912 geführte bibliographische Übersicht der jüdisch-persischen Drucke Jerusalems umfaßte 34 Nummern, die von ihm nach gewissen inhaltlichen Kategorien, wie Bibelübersetzung, Liturgie, Prosa, Poesie, Liedersammlung usw. zusammengestellt und besprochen wurden. Sie ist die erste ihrer Art auf diesem Gebiet gewesen und, obwohl in den seitdem verflossenen 20 Jahren eine Reihe neuer jüdisch-persischer Drucke hinzugekommen ist, bis heute noch die einzige geblieben. 3. Es ergibt sich jedoch bei einer genaueren Untersuchung, daß manche jüdisch-persischen Drucke Jerusalems, selbst vor 1912, auch Bacher unbekannt geblieben sind. Dies ist durchaus verstündlich bei der räumlichen Entfernung und den allgemeinen technischen Schwierigkeiten in der Zeit vor dem Weltkriege; Bacher selbst hat der Vermutung Ausdruck gegeben, daß ihm wohl manches entgangen sein mag. Die Nachlese, die wir 1 Nach Mitteilung eines Führers der persischen Gemeinde in Jerusalem war u. a. geplant, die poetische Bearbeitung der Prophetenbücher des jüdisch-persischen Dichters Imrani aus dem 16. Jahrhundert zu drucken, nachdem die jüdisch-persische Thoraübersetzung seines großen Vorgängers Schahin aus dem 14. Jahrhundert von Simon Chacham veröffentlicht worden war. Über diese beiden jüdisch-persischen Dichter vgl. die Monographie von Bacher: Zwei jüdisch-persische Dichter, Budapest 1907*—1908. Auch eine .in Buchara oder Chokand angefertigte jüd.-pers. Übersetzung von ,,1001 Nacht“ sollte gedruckt werden. Über das Schicksal dieses Manuskripts konnte ich nichts Näheres in Erfahrung bringendes scheint .jedoch,-׳ daß einige ,,Nächte“ kurz vor dem Krieg gedruckt worden sind.