Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit 115 schrieben hat ־and ihr eigentlicher Bearbeiter wurde1. Doch mit seinem Tode ist dieses Gebiet der jüdischen Literatur- und Kulturgeschichte völlig verwaist und ihr seitdem ein Förderer in diesem Ausmaß nicht wieder erstanden2. 2. Bachers letzte Arbeit für die jüdisch-persische Forschung —- gleichsam seine Abschlußbilanz — war eine bibliographische Zusammenstellung aller bis zum Jahre 1912 in Jerusalem erschienenen jüdisch-persischen Drucke3. Die ersten jüdisch - persischen Drucke Jerusalems hängen mit der Gründung der bucharischen Kolonie in Jerusalem zusammen und gehen zeitlich in die neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Diese Bücher konnten natürlich nicht für die damals recht kleine und unbedeutende Kolonie persisch spreehender Juden in Jerusalem bestimmt gewesen sein. Vielmehr sollten sie nach der ausdrücklichen Absicht ihrer Initiatoren wie Simon Chacham, Sal. Babagan Pinchasof, Jedidja Jusufof, Israel Schaulof u. a. die literarischen und liturgischen Bedürfnisse der in Buchara, Persien, Turkestan und Afghanistan ansässigen Juden befriedigen. Für diese Juden Mittelasiens bedeutete Jerusalem dank dieser literarischen und verlegerischen Tätigkeit ein kulturelles Zentrum im wahrsten Sinne des Wortes, was zugleich jene Zionsliebe erklärt, die diesen Teil der Judenheit so besonders auszeichnet4. Jerusalem •würde auch heute noch, nach der Unterbrechung durch den Weltkrieg, diese Funktion eines geistigen Reservoirs für die persischsprechenden Juden ausüben, wenn nicht durch das sowje- 1 Vgl. Jewish Encyclopaedia 1905, VII, s.'v. Judaeo-Persian. 2 Auf dem Gebiet der jüdisch-persischen Dialektforschung haben sich in der letzten Zeit die russischen Gelehrten J. Zarubin und V. Miller sehr verdient gemacht. S. auch J. Finkei: JQR 1931 S• 353 ff. und W. Fischei in Kirjath Sefer, Jerusalem, 1933, Vol. IX, S. 522 ff. 3 Z. f. hebr. Bibliogr., Bd. XIV, 1910, S. 12/20, 45/51; Bd. XVI, 1912, S. 28/32. Für die Drucke bis 1900 vgl. auch B. Friedberg: Beth Eked Sefarim. Anvers 1928/1930 (Index). 4 Die Kolonie persischsprechender Juden in Palästina, hes. in Jerusalem, ist beträchtlich groß, r 8*