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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Zur jüdisch-persischen Literatur der jüngsten Zeit
Date
1933-01-01
Page
Seite 114 (sequence 2)
Language
German
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114 Walter Fis che 1 gedruckt wurde1. Erst in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden jüdisch-persische Handschriften, zumeist Übersetzungen der Bibel, bekannt, wovon auch einige ediert bzw, besprochen wurden2. Doch eine richtige Vorstellung von dem Umfang und der Vielfältigkeit der jüdisch-persischen Literatur konnte man erst erlangen, als gleichzeitig mit den großartigen Funden der Genisa in Cairo gegen Ende des 19.- Jahrhunderts ganz ungeahnte Schätze jüdisch-persischen Schrifttums nach Europa gebracht wurden. Das Verdienst, der jüdischen Literaturgeschichte dieses neue Feld eröffnet zu haben, gebührt einerseits dem gelehrten Forscher Elkan N. A d 1 e r, der auf wiederholten Reisen ♦ nach Persien und Buchara eine umfangreiche Sammlung jüdisch-persischer Handschriften erwerben konnte3, andererseits dem nach Jerusalem eingewanderten jüdischen Gelehrten Simo n C h a c 11 a m aus Buchara4 (1843/1910), der für seine Landsleute in Buchara eine ganze Reihe von hebräischen Werken liturgischen und erbauenden Inhaltes mit jüdisch-persischer Übersetzung versah und in Jerusalem drucken ließ; und schließlich dem Gelehrten Wilhelm Bacher, der daran ging, die in den europäischen Bibliotheken (Paris, Petersburg, London, Rom) und vor allem viele der in der Sammlung Adler befindlichen Manuskripte zu bearbeiten und nach ihrer inhaltlichen und sprachlichen Seite zu untersuchen5 6. Bacher war es auch, der, auf der Sammeltätigkeit Adlers und der Übersetzungstätigkeit des Simon Chacham fußend, einen ersten zusammenhängenden Abriß der jüdisch-persischen Literatur ge- 1 Vgl. A. Kohut: Kritische Beleuchtung der pers.Pentateuchübersetzung des Jakob b. Joseph Tawus, 1871. 2 Vgl. P. Lagarde: Persische Studien, 1884, S. 68. Bezgl. Einzelheiten siehe meinen Artikel ,,Jüdisch-Persisch“ im IX. Band der ,,Encyclopaedia Judäicä“ col. 557—568. 3 Siehe s. Katalog ,,Ginse Paras u. Madai: The Persian Jews; their books and their ritual“, London 1899, S. A. aus JQR 1899, Vol. X, S. 584/626. 4 Eine ausführliche Würdigung seines Lebenswerks wäre eine verdienstyolle Aufgabe. Siehe jetzt A. Jaari in der hebräischen Wochenschrift ,,Mosnajim“, Tel-Awiw, 1932, :Nr. 48, S. 12. 6 Vgl. die Bibliographie seiner Schriften von L. Blau (1.910), fortgeführt von D. Friedman (1928).

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