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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 102

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Eine Kurtrierer "Jüdisch Ceremonial Verordnung" aus der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts
Date
1933-01-01
Page
Seite 102 (sequence 3)
Language
German
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102 Adolf Kober’ Satzungen, ferner Bestimmungen, die das Verhältnis zumTerritorialherrn und den Landesbehörden regelten, die steuerlichen Angelegenheiten der Gemeinde, ihre Wirtschaftsverhältnisse, ihr religiöses und ihr sonstiges inneres Leben ordneten, wurden gewöhnlich auf den Judenlandtagen1 der einzelnen Territorien behandelt und festgestellt. Wie die früher genannten gesetzlichen Verfügungen eines Herrschers bzw. einer Obrigkeit, heißen auch sie Juden- Ordnungen. Mitunter wird dafür auch der Name ״Zeremonialordnung" gebraucht. Sie haben ihren Niederschlag gefunden z. B. im Konstitutenbuch der Hessen-Kasselschen Landjudenschaft2, in dem Protokollbuch der Kleveschen Landjudenschaft3, in den Protokollfragmenten der jülich-bergischen Judenschaft4, in den Statuten der Judenschaft des Hochstiftes Bamberg5, in der Verfassungsurkunde der ritterschaftlichen Judenschaft zu Sugenheim6. Auch die Satzungen der kurpfälzischen Judenheit7 — Takkanot genannt —- werden erwähnt. Ebenso sind von einzelnen deutschen Städten, in denen Juden wohnen durften, solche Statuten oder Judenordnungen erhalten. Die Glogauer Judenschaft, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts etwa 1200 Seelen zählte, hat auf obrigkeitliche Anordnung solche Statuten festgestellt und vor Weihnachten 1687 dem Landeshauptmann eingereicht8. Die Sorge für die nationalen Studien, für das Gotteshaus, die Gerichts- Verfassung, die Wahl des Ausschusses, der die Ehrenämter der Gemeinde zu vergeben hat, die Steuereinschätzung, die Kassen- Verwaltung, die Amtsführung der Vorsteher, die Steuerzahlung und das Heimatsrecht, einzelne mehr oder minder wichtige Gemeindeangelegenheiten bilden ihren wesentlichen Inhalt. Recht ausführlich ist die Mainzer Ordnung von 1741, die in 77 Artikeln 1 s. die oben Anm. 3 angeführte Literatur. 2 s. Munk, Festschrift für J. Hildesheimer, hebr. Teil S. 77 f.; deutscher Teil S. 69 f.; F. Lazarus 1. c. S. 240 f., insbes. S. 242. :J s. Fr- Baer a. a. O. 4 D. Kaufmann im Ozar ha-Sifrut III (Krakau 1889), 7—16. י׳ D. Kaufmann, Kobez al Jad,1897 ־. 8 M. Freudenthal, ZS. f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland I (1929), S. 44—68. 7 L. Löwenstein, Geschichte der Juden in der Kurpfalz (1895), S. 156 Anm. 8 M. Brann, Geschichte der Juden in Schlesien VI (1917), S. 241—249.

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