Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 14)
- Language
- German
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Ein Rechtsstreit um eien Boden; Palästinas im Altertum 97 legende mit der Didosage harmonisiert •worden war. . Aus dieser Darstellung würde er dann auch, die . Behauptung entnommen haben, daß die kanaanäisch-phönicischen Stämme zu Josuas Zeiten von einem einzigen König beherrscht wurden, für die er sich ausdrücklich auf die Geschichtsschreiber der phönicischen Urzeit beruft und die der Bibel, die von vielen kanaanäischen Königen redet, widerspricht1. Doch es besteht noch, eine andere Möglichkeit. Die Ansicht, daß die phönicischen Kolonisten in Afrika von den Kanaanäern abstammten, findet sich auch bei einigen von Prokop unabhängigen christlichen Chronographen. Syncellus berichtet nach einer nicht sicher zu bestimmenden christlichen Quelle2, daß die vertriebenen Kanaanäer das afrikanische Tripolis besiedelt hätten. . Tripolis gehörte aber — wie das viel weiter westlich gelegene Tigisis — zum phönicischen Kolonisationsgebiet, dessen Vevölkerung auch punisch verstand und zu den Mauren phönicischer Herkunft. gerechnet wurde3. Ein anderer christlicher Chronist4 behauptet gar,, daß die dem Josua entronnenen Kanaanäer die Balearen besiedelt und speziell der Jebusiterstamm Gades begründet hätte (beide Territorien sind ebenfalls phönicisches Kolonisationsland). Schon in der ältesten Fassung der christlichen Völkertafel, dem sog. dtafieptafjibs y7jz, findet sich die Angabe, daß die Phönicier und Afrikaner von Chams Sohn Kanaan abstammten5. Also stand für die christlichen 1 Der biblischen Auffassung entsprechend redet auch Suidas (s. 0. S. 85, 3) von vielen Königen und Fürsten, die vor Josua geflohen seien, desgl. Joh. Ant. Während Joh., der die Inschrift in anderer Formulierung kennt (s. 0. S. 85, 2), von Prokop unabhängig ist (so auch Gieye, Byzant.; Zeitschrift V 462 f. und Krumbacher Gesch.d.Byz. Lit.2 S.335), hat Suidas die durch Joh. repräsentierte Tradition mit der Prokopsehen.kontaminiert und beide durch eigene Zutaten entstellt (s. o. S. 85, 3). 2 Gutschmid (Kl. Schriften V 623) behauptet irrtümlicherweise, daß Prokop Quelle des Syncellus sei. Aber dieser gibt als Ziel der Wanderung; Tigisis an. Auch aus Joh. Ant. kann Syncellus’ Nachricht nicht stammen, da er nur von Afrika spricht. 3 S. Prokop de aed. VI 3,9 Sallust Ingurtha 19. ' 4 S. über generationis:, abgedr. in Chrom Paschale ed. Bonn II 102. 5 S. Chron. Pasch. I S. 49.X7.vadv, ou. W^ppoi xat .Andere Parallelstellen bei Movers a. a. 0.; II 2, 428 und Gutschmid, Kl. :Schrifteny V 256,. 260, der das: gegenseitige Verhältnis der christlichen• Völkertafeln klarlegt.; Monatsschrift, 77. Jahrgang 7