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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 96

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
Date
1933-01-01
Page
Seite 96 (sequence 13)
Language
German
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96 Haas Lewy wollte1. Zu diesen Argumenten der politischen Agitation gehört auch das von der unrechtmäßigen Besitznahme Palästinas2. Wo und bei welchen Situationen es zum ersten Mal verwandt wurde und welche Rolle es in der Publizistik oder bei politischen . Verhandlungen spielte, läßt sich nicht mehr bestimmen. Daß es lange und־ stark gewirkt hat, zeigt seine weite Verbreitung in der antiken Literatur3 und die ernsthafte Bemühung der Juden, es zu widerlegen." Die Untersuchung: war von dem Bericht des Prokop ausgegangen. Es bleibt jetzt noch die Frage zu beantworten, woher dieser seine judenfeindliche Ursprungssage der Mauren bezogen hat . Es hat sich gezeigt, daß der Prokopsche Bericht die phönicische Anschauung vom Verlauf der Josuakriege wiedergibt. Die Behauptung, daß die Kanaanäer aus Furcht vor Josua nach Afrika ausgewandert seien, findet sich auch im Midrasch (siehe unten); sie bildet die Rechtsgrundlage der talmudischen Legende von der Klage der kanaanäischen בני אפריקא vor Alexander. Es besteht also die Möglichkeit, daß Prokop, dessen Wissen — an seiner Zeit gemessen — nicht gering war4 * * * 8, seine Kenntnis aus einem phönicischhellenistischen Gesphichtswerk geschöpft hat, in dem die Josua- 1 S. Bickermann a. a. O. ־and I. Heinemanns Artikel ״Antisemitismus“ in Pauly-Krolls RE Suppl. V. ä Im Anschluß an den oben (S. 84 ff.) zitierten Rechtsdisput zwischen Afrikanern bzw. Kahaanäern und Juden vor Alexander wird erzählt, daß die Israeliten vor dem gleichen Richter auch wegen der beim Auszug unter Moses geraubten silbernen und goldenen Gefäße (s. Exod 12^) angeklagt wurden. Dieser Angriff stammt ebenfalls schon aus der hellenistischen Periode, denn bereits Jubiläen 481s, Philon de vita Mosis I § 141, 11 103 M׳, Jos. ant. II 314 (der dem Angriff äusweicht) u. a. verteidigen sich dagegen. S. Isr. Levi in Rev. ät. juiv. 63 (1912) S. 211 f. 8 So verwandten die christlichen Häretiker Mani und Markion neben änderen antijüdischen Argumenten (darunter auch das vom Diebstahl der goldenen und silbernen Gefäße beim Auszug aus Ägypten s. S. Harnack, Marcion 1924, Anhang S. 280 u. 366) auch das Bodenraubmotiv, um damit den alttestamentlieben Gott des Gesetzes zu diskreditieren. Epiphanius (Ancoratus 111 f. u. Haer. II 66 Kap, 83) bekämpft sie mit den Argumenten des Jubiläenbuches, dessen apologetischer Charakter dabei ganz deutlich hervortritt. : 4 S. F. Dahn* Prokop von Caesarea S. 58 f., Dieterich a. a. O. praef. S. XXI f.

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