Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 12)
- Language
- German
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Ein Rechtsstreit um den Böden Palästinas im Altertum 96 letzte große Seleucide, der das Reich seiner Väter noch.einmal auf richten wollte, Antiochos Sidetes, trat :dem Ansturm der jüdischen Eroberer entgegen. Als er von dem־ Hasmönäer Simon die Rückgabe der jüngst eroberten palästinensischen Küstengebiete forderte, antwortete dieser: ■׳,*,'Wir haben weder freindesriLand genommen, noch uns fremden Gutes, sondern des Erbes!: unserer Väter bemächtigt, das von unseren Feinden einmal unrechtmäßig annektiert wurde. Wir aber halten, da sich uns eine günstige Gelegenheit geboten hat, unserer Väter Erbe fest“ (I;Makk.l533y4). Simon beruft sich also auf die — utopisch gebliebene“—: göttliche Verheißung an Moses und Josua, in ■der den Israeliten das Land bis zum’ Mittelmeer versprochen wurde*. Erst Pompeius brachte diese jüdische Expansionsbeweguhg zum Stillstand, indem er nach der Erstürmung Jerusalems die von den Hasmonäern eroberten Städte vom jüdischen Territorium abtrennte. Er: rechtfertigte seinen Eingriff in die i palästinensischen Verhälthise bezeichnenderweise damit,, daß er: die jüdischen .Raubzüge: gegen Phönicien beenden: wolle* 1 2 3.;; •׳:'״/• .?i׳:•:••:•• *’.•/.V.: •!L,:־ ־: : indiese hasmonäisehe Periode : niuß; der; palästinensische Territorialstreit fallen, wozuauch stimmt, daß das Jubiläenbubh, das älteste datierbare Zeugnis zum Bodenstreit, welches die gegnerischen Angriffe schon voraussetzt, bereits aus den detzten Jahrzehnten der Hasmonäerzeit stammt3. ...Damals^ entstanden und wiedererstanden als typische .Begleiterscheinungendes Machtkampfes jene ' berüchtigten Verleumdungen von der .:Raubsucht und dem ־Menschenhaß der Juden, ihrer Abstammung von vertriebenen;ägyptischen;Aussätzigen, ihrem Eselskult und .ihren Rit.ualmofden, durch die man das Volk' vor derWfitt;djff41Tiiefen die: Tem p elp 1 ün de ru ng (nebst Verbrennung) seiner Etymologie 'IspoaoXujia .== :.'Ispp.^av^a entnahm, muß offen bleiben; s. jetzt Heine.mann, Pauly- Krolis Realenzyklopädie XVI 361 ff. Y: 1 Ex23al, Dt 1124, Jos 1124, vgl:. Grimms.. Kommentar z; :St. . ,.o: 2 ־- S. Dio Gäss. 37, 15y 2. Natürlich, soll hier nicht behauptet werden, daß mit Pompeius’ Eingriff ״die Eobfliktmögliehkeiteh;zwischen Phöniciern imd Juden aus der Weit geschafft waren.: Von Territorialstreitigkeiten zwischen Juden und Tyriern spricht der bei Jos. ant. XIV314 (s.böII.bVvlM) erhaltene Erlaß des Mark Anton aus. dem Jahre 41 v. Chr.j s. Schürer-1 352. 3 S. Schürer III4 S. 37S f. : ־ v