Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 8)
- Language
- German
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Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum 91־ Ham mit seihen Kindern in das Land, das er erhalten hatte. ,,Kanaan aber sah das Land vom Libanon bis zutti Flusse ,Ägyptens, daß es sehr schön war, und ging nicht in das■ Land feines •Erbes‘% sondern wohnte int Lande des Libanon (das;Sem zügeteilt . . zwischen Jordan und Meer*', worauf Väterund/'Brüder •ihn vor der Wirkung des Fluches warnen und;seinen Nachkommen Unheil prophezeien (1033/4). ״Aber Kanaan hörte: nicht auf sie und wohnte im Lande des Libanon; von Hamätb■ bis :zu dem Eingangspünkt Ägyptens;•• •er׳ und seine Söhne־bis auf den heutigen Tag. Und deswegen ist das Land ,;Land Kanaans" genannt1."־; -;;; Im jübiläenbuch AVird der biblische Bericht, nach dem Kanaan, der Söhn Harhs, das nach ihm benannte Land aus dem legalen Erbteil seines Vaters zugewiesen erhält, dahin abgeändert, daß Palästina ursprünglich zu Sems Rechtsanteil gehörte2, dann aber von Kanaan auf räuberische Weise annektiert wurde3. Das Jubiiäenbuch ist,, wie aus der Rahmenerzählung her vorgeht ,gedacht als Wiedergäbe einer großen Rede Gottes an Moses auf dem Berge 'Sinai. '';Mbses; erfährt׳tiieräürch als erster von der unrechtmäßigen Besitznahme Kanaaiis. Die Eroberung des Landes, die ihm angekündigt und von seinem Nachfolger durchgeführt wird, soll den Frevel des Vertragsbruches sühnen4. Die Rollen sind in dieser Darstellung vertauscht. Das legale Anrecht auf den Boden gebührt den Israeliten, Sems Nachkommen; nicht sie sind die Räuber, sondern die Känaanäer. Es ist klar, daß diese Umkehrung des 1 Dem unrechtmäßigen Vorgehen Kanaans wird im folgenden der legale Besitzwechsel Madais. gegenübergestellt, der von der Frau seines Bruders ein 'anderes Land erbat und sich dort nach gütlicher Einigung ansiedelte (10,'35/6). ■ י ־ ־■"־׳ ■■■ ■•־ :; י 2׳ Andere Midraschim (s. Gen. R. zu Gen 1418 und die Parallelen bei Theodor) identifizierten.Sem mit. Malchisedek, dem Priesterfürsten von Salem-Jerusalem, und bewiesen auch dadurch, daß Palästina Sems Erbteil war. 3 Malalas S. 16 ed. Dindorf: Xavotav . >.. .. TupawixaK xafhJpTvaäsv. Syncellus S. 168 D: a(57ccfoa; (beide nach dem Jubiläenbuch). 4 Vgl. Jubiläenbuch 29n über die Amoriter: . . Es gibt heute kein Volk, das alle seine Sünden so zum Äußersten getrieben hat, und sie haben kein langes Leben mehr auf Erden."