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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 90

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
Date
1933-01-01
Page
Seite 90 (sequence 7)
Language
German
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90 Hans Lewy , ז Aus den angeführten Zeugnissen läßt sich schon so viel erkeimen, daß in irgendwelchen Situationen den Juden das Recht auf den Boden Palästinas streitig gemacht worden ist . Die jüdischen Apologeten mußten in der Tat!bei der Sammlung und Abwägung ihrer־ historischen Verteidigungsargumente empfinden, daß die nieilt:gerade rationell oder gar juristisch motivierte Erzählung von der Verfluchung Kanaans kein durchschlagendes Argument für einen R e.c:ht s streit lieferte. Man suchte zwar seine eigene Position zu stärken, indem man dast; Sündenkonto der Gegner belastete und den früheren Bewohnern des : Heiligen Götzendienst und Zauberei vorwarf, ja man verstieg; sichAsogar dazu; ihnen anknüpfeiid. am die befeits in der •Bibel erwähnte Sitte der Kinderopfer — nach dem Vorbild der westlichen hellenistischen Publizistik1 Ritualmorde anzudichten. Die Känaanäer sollen, so־ heißt es in der jüdisch-hellenistischen Weisheit Salomos (125). wie griechische Mysteriendiener Eingeweide verzehrt und Mahlzeiten yon Menschenfleisch und Blut abgehalten haben. Diese Argumente konnten zwar das Rechtsgefühl des gläubigen Juden stärken, der die Handlungen der Menschen und Völker nach ethischen Normen beurteilte, den Gegner aber nicht über die Problematik der jüdischen Rechtslage hinwegtäuschen. Daß diese Schwierigkeit bestand und empfunden wurde und wie man sich aus ihr herauszuhelfen wußte, zeigt das sog. Jubiläenbuch, eine mit :vielen- Legenden ausgeschmückten Darstellung der in der kanonischen Genesis berichteten Fakten i Hier wird die Teilung der Welt ::unter die Söhne Noahs folgendermaßen dargestellt2: Sem, der Vorfahr der Israeliten, erhält die Mitte der Erde, d. h. Zion (819), und das umliegende Gebiet sowie die Ländeiydie schön in der biblischen Völkertafel als sein Erbteil genannt werden, desgleicheii Ham; und Japhet. Nach der Teilung ließ sic "Noah alle schwören, indem er, wie es.heißt, ,,jeden von ihnen verfluchte, d§r-ei*1en rTei:l,iieh1ncn •wollte,• welcher nicht durch sein Los heraus־ gekommen sei- (9!4). Nach dem Tode Noahs,‘ fährt der Bericht Bickermann, Ritualmörd und Eselskult. Ein Beitrag zur Geschichte derantiken ::Publizistik•. M GW J 1927, 17 L -•* :Capri10 ,8 ■־ f. Die folgenden Zitate sind der Littmannschen Über ד Setzung in Kautzschs Apokr. u. Pseudep. ä., Aii T. (Tüb.. 190Ö) II 31 f. entnommen. 1;; . 1 .!י :■

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