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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 2 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 2
Article
Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
Date
1933-01-01
Page
Seite 87 (sequence 4)
Language
German
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Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum 87 , ׳ Inhaltlich betrachtet gibt der Bericht schwere Rätsel auf. Man . fragt sogleich erstaunt nach der Herkunft und dem ge- Schichthöhen Wert dieser Erzählung, die von dem biblischen Bericht der Eroberung Kanaans auch in der Tendenz bedeutend abweicht. Beginnen wir mit der Frage nach der Historizität der Erzählung. Daß die Phönicier Kolonien nach Nordwestafrika aussandten, ist bekannt. Die berühmteste der vielen phöriicischen Gründungssagen von der Stifterin Karthagos, der tyrischen Königstochter Dido, zeigt, daß die Erimierung an die phönicische Heimat bei den afrikanischen Puniern niemals geschwunden ist* 1. Die Prokopsche Gründungssage von Tigisis2, die ebenfalls von einer phönicischen Kolonisation nach Westafrika berichtet, ist, motivgeschichtlich, beurteilt, eine Parallele zur Didoerzählung, und bei Prokop werden diese beiden ethnographischen ״Varianten“ auch ganz äußerlich und ungeschickt miteinander verbunden. Mit dem Volk wunderten Sprache und Name nach Afrika. Die alte Volksbezeichnung wurde zwar in der griechisch sprechenden Welt durch den Stammesnamen Phönicier zurückgedrängt, blieb aber, wie später gezeigt werden wird, im Mutterlande immer lebendig und war in Afrika noch im 4. Jhdt. n. Chr. verbreitet. Als der Kirchenväteh Augustin punische Bauern aus seiner Heimatstadt Hippo (bei Karthago) fragte,, ,,was sie seien'' (quid essent), antworteten sie, sei seien ״Chananaei“3, Ordnet sich so die Prokopsche Erzählung in die Reihe pliönicischer Gründungslegenden ein, so bleibt damit ihre kausale Verknüpfung mit der israelitischen Einwanderung unerklärt. Josua wird aufder Inschrift ein Räuber genannt; die Vertreibung der richteten. Auf die nördliche nach Megara schauende Front schrieben sie herauf: ״Das ist nicht der Peloponnes, sondern Jonien“, auf die südliche: ״Das ist der Peloponnes, nicht Jonien.“ 1 Die zahlreichen antiken Nachrichten über die phönicische Kolon!־ sation in Afrika (Strabon XVIII C. 833 spricht von 300 Städten) sind in dem1 alten, aber noch immer unersetzlichen Werke Borcharts Geographia Sacra. (104,6) S. 508 f. gesammelt. S. a. Movers,'die Phönicier II 2, TO ff* itfid Meitzer,. Gesch. d.. Karthager I 456 f. 2,,: ־ ל Einem kleinen Ort in der. späteren römischen Provinz Mauretania G.aesariensis (nicht zu verwechseln, mit Tinge, dem heutigen Tanger). .■/'(* A Ep; ad Rom. expos. inchoatä cap. 13 (zu Matth 152ע vgl. Meitzer I ־; ■•־ ' ׳;;־ .;־■; •' .(5 ,420 •ל:■

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