Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 3)
- Language
- German
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86 -,Hans• Lewy ' äieseii beiden ^lautet' die Inschrift : ,•Wir sind־ die ■■> Kanaanäer-, welche: Josna der Räuber verfolgte.": Die Fliehenden werden hier ausdrücklich als Kanaanäer bezeichnet, wahrend Prokop, der die 7 biblischen Kanaanäerstämme1 für Teile eines großen einheitlichen Phönicierreiches hält, den biblischen Volksnamen ausgeschieden hat.; : : , .־-vי : Die Prokopsche Erzählung trägt, formal betrachtet, die Züge griechischer Gründungslegenden; Sie beginnt mit der stereotypen Eingangsformel solcher mrgeschichtlicher Exkurse2. Im Bericht finden sich die typischen Motive dieser Literatürgattung; Ursache der Wanderung ist die Vertreibung durch ein stärkeres1 eiiidriiigendes Volk3; es werden die Stationen des Zuges angegeben (auch die Erwähnung des Menschenreichtums Ägyptens ist ein Gemeinplatz der antiken Ethnographie)4. Schließlich finden sich auch für düs Motiv, daß das Äuswanderervolk am Endpunkt seiner Irrfahrt eine Säule errichtet, auf der es seinen Namen, seine־ :Herkunft und die Ursache seiner Wanderung angibt, Parallelen in der ethnographisch-antiquarischen Literatur5; ־ ״}Sie.flöhen zu den Afrikanern, besiedelten' ihr Land und nahmen ihr Ansehen.und.ihre Sitten,an6‘):י, wie auch statt der genauen Ortsangabe ״Tigisis“ die allgemeinere ״Numidien“ steht (bet Joh. wirdnur Afrika genannt). Suiääs begründet die Ausweisung der flüchtigen Stämme aus Ägypten därhit, daß sich die Ägypter ihrer durch jene verursachten Katastrophe am Schilfmeer erinnerten, verwechselt also die Kanaanäer mit den Israeliten. Aus dem weisen Volksführer Moses macht er einen Moses, der 40 Jahre mit dem-Volk in der Wüste philosophiert. Was sich Suidas überhaupt an Verballhornungen leistet, kann man u. a. auch aus seiner Wiedergabe der Es’thergesChichte (s: v. ’Ea^rjp) ersehen. ';; : 1 S. m 8/ 33, 1. ־ - ־ : '־•; י •י ־;; ל 2 S. z. B. Diödor I 77, III 56 usw. Caesar bell. Gail. VI 11, 1. Sallust bell. ׳ Iugurth. 17 f. (Afrikaner) u; ö; '■ 3 8. Senecä cohsolatio ad Helviam cap. 7 (über die verschiedenen Ursächen von Völkerwanderungen);; ' •'"* 4 S. Diödor I 29, 5; 31, 6; 80,6; Jösephüs c. Apiori. I 194; Phiion legJ sßec. I § 1 II 210 M: u. ö. ׳''•'־ . 1 5 Strabon III C. 171 nennt es einen alten Brauch wandernder Völker oder erobernder Feldherrn, daß sie am Ende ihres Zuges Säulen oder Altäre mit'Äüfschriften errichteten. (Vgl. Ed. Norden, Taeitus’ Germania; usw. 183 f., der zahlreiche Beispiele aus׳ der antiken Literatur an führt.) An der gleichen Stelle berichtet er von einer Grenzsäule, die die aus dem Peloponnes nach Megära und Attika fliehenden Jonier am Korinthischen Isthmös er-