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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 600

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Neuere Ansichten über "Toldoth Jeschu"
Date
1932-01-01
Page
Seite 600 (sequence 15)
Language
German
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600 Samuel Krauß sich auch nicht sagen, daß die Juden um solche Dinge sich nicht kümmerten; im allgemeinen mag das wahr sein, aber nicht ab- :solut. Heute, wo man, von Sirach abgesehen, das übrigens bereits im Talmud aramäisch zitiert wird, soviele alttestamentliche Apokryphen in aram. Sprache besitzt (Tobit, Bel und Drache etc.)* 1, sollte einer aramäischen Jesus-Geschichte mehr Vertrauen entgegengebracht werden. Kein Geringerer als Nachmani zitiert mehrere aram. (syr.?) Sätze aus der ,,Großen Weisheit Salomos“ (zu Gen 1ג Anfang), und das NT war den Juden keine terra incognita, und sie lasen es, wenn schon nicht griechisch oder lateinisch, so doch in hebräischer "Übersetzung, wovon sich. Spuren erhalten haben2 3. Ein Kenner der Literatur schrieb bereits im Jahre 1887: At that time the Rabbis turned their attention to profane iiterature, both apocryphal and historicaP. Die Zeit, die er meint, 1040—50, ist zwar relativ spät, liegt aber von den Kreuzzügen, die H. für den Stimulus dieser Betätigung ansieht, noch immer fern. H. hat auch nicht'beachtet, daß mehrmals in den jüdischen Chroniken, wenn vom Geburts- bzw. Todesjahre Jesu gesprochen wird, u. z. abweichend von den christlichen Festsetzungen; gesagt wird, ,,das ist eine lieber- (bei G1 ätz VIII 123). In מהרי״ל ms Wien 175 f. 141a heißt es: שראה .בקובץ אחד העתק מאותו כתב ששלחו לק״ק מגנצא בז מך מעשה הנוצרי לבקש רחמים בתפוצ' הגולה להתבטל הרשע, והיו כתוב בו קהלת מגנצא קהלת הל״א כפר רעגגשפדרק. So eine pia frans, "kömmt bekanntlich in T. ed. Huldreich vor. Auch aus RSbZ Duran haben :׳wir bereits Hierhergehöriges zitiert. 1 Auch für Assumtio Mosis wird aram. Ursprache angenommen (s. in Ad. Merx’Archiv I1, 1869); doch ist die Sache noch nicht entschieden (&. C- Giemen in Kautzsch’ Apokryphen und Pseudepigraphen des A. T. II 315). In Anbetracht dessen, daß wir in unserer Abhandlung von Josippon soviel reden, darf wohl daran erinnert werden, daß bekannlich Josephus sein großes Werk vorerst aramäisch ausgearbeitet hat. Das Wenige, was im Talmud aus den Evangelien zitiert, wird, ist aramäisch (b. Sabb. 116 ab),, was übrigens mit der Sprache des Hebräerevangeliums Zusammenhängen mag (s. weiter unten). 2 A m 0 1 0, Ep. contra Judaeos c. 10 (Migne, Patrol. Lat. Bd. 116)׳ sagt: ,,Das Evangelium . . . heißen sie, es in ihrer eigenen Sprache aufs ruchloseste verändernd, Havongalion“ (און גליוך). Spuren auch in den Disputationen. 3Neubauer in seinem Vorworte zu Mediaeval J. Chronicles. I9 S. XXI.

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