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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 583

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Ein französischer Dichter des 14. Jahrhunderts über Raschi
Date
1932-01-01
Page
Seite 583 (sequence 7)
Language
German
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Ein französischer Dichter des 14. Jahrhunderts über Raschi 583 für unseren Zusammenhang besonders wichtig ist, steht also mit der Talmudverbrennung von 1244, wie es scheint, in unmittelbarem Zusammenhänge. Endlich sei noch eine weitere, sehr umfangreiche und bis zur Sinnlosigkeit wörtliche Talmudübersetzung eines unbekannten Franzosen erwähnt, die mit den von uns hier besprochenen Versen etwa gleichzeitig ist: sie steht unter dem Titel ,,Excerpta de libris Talmud" in. der Berliner Handschrift cod. lat. theol. fol. 306, f. 46 ra—136 va1. Die Zeit der Abfassung ergibt sich aus der Angabe des Verfassers (f. 46 ra), die Übersetzung sei ,,de mandato venerabilis patris G. (sic!), tusculani episcopi, sedis apostolicae legati"2 hergestellt worden; wie eine Vergleichung der Bischofsliste von Frascati (= Tusculum) bei Gams, Series episcoporum, S. XIX bis XXI ergibt, kann es sich nur um Guillaume de Court handeln, der von 1350 bis 1361 Bischof von Frascati war. Obwohl dieser Übersetzer nicht mehr wie seine Vorgänger bloß die Rosinen, nämlich irgendwie schockierende oder pikante Stellen herausgeklaubt, sondern (zum erstenmal) auf weite Strecken fortlaufende Exzerpte geliefert hat, so erklärt doch auch er als den eigentlichen Zweck seiner Arbeit, zu zeigen, wieviel Lügen und Blasphemien der Talmud und die andern jüdischen Bücher enthielten3. Wir sehen aus alledem, daß die Beurteilung des Talmud bei 1 Der Verfasser war offenbar ausnahmsweise kein getaufter Jude; er hatte nämlich, wie er sagt, zwei (wohl jüdische) ,,interpretes in hebraea lingua quam plurimum eruditos“ an der Hand, deren Erklärungen er aneinander kontrollierte — er selbst verstand demnach nicht oder nur: ungenügend hebräisch. 2 Letzten Endes war es also wohl der Papst selbst, der zu seiner Information eine nach Möglichkeit treue und objektive Übersetzung in Auftrag gab. 3 . .de inumeris erroribus, heresibus, blasphemiis et fabulis, quibus libri judaici sunt contexti tamque pleni, ut (et cod.) quasi nichil veritatis et minus utilitatis contineant, . . . transtuli diligenter“ (f. 46 ra).־ Vgl. f. 47 vb—48 ra ,.Ceterum, ne quis me credat omn.es falmlas et errores et Veteris corrupciones (corrupcionis cod.) Testamenti et multiplices hereses horrendasque blasphemias contra Christum et Beatam Virgimem et angelos et Sanctos et Ecelesiam catholicam ad plehum transtulisse, notüm sit (sint cod.) Omnibus . . ., quod multa plura transtulissem, s'i' meä regerer voluntate tempüsque et oportunitatem interpretis habüissem.“ .

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