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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 572

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Scheeltoth und Jelamdenu
Date
1932-01-01
Page
Seite 572 (sequence 15)
Language
German
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572 V. Aptowitzer ist auch in einem anderen babylonischen Werke* 1 enthalten. Es ist auch höchst wahrscheinlich, daß der Brauch, die Mischna Aboth und den Abschnitt קנין התורה am Sabbath in der Synagoge zu lesen, seine Entstehung dem Karäertum zu verdanken hat, in dem Sinne eines Gegenmittels gegen die antitalmudische Propaganda. Die Mischna Aboth mit ihrem jedermann verständlichen ethischen Inhalt, die im ersten Abschnitt auch die Traditionsfolge von Mose bis PI i 11 e 1 und Schammai, die Hauptrepräsentanten der mündlichen Lehre, enthält, soll auch der Masse des Volkes die Erhabenheit der von den Weisen überlieferten Lehre offenbaren und zeigen, daß diese Lehre auf Mose zurückgeht, zum Sinai hinauf reicht. Eine starke Stütze für unsere Annahme bietet die Tatsache, daß neben und nach Aboth und קבין התורה auch noch der erste und vierte Abschnitt von Derech Erez zutta gelesen zu werden pflegten2. Wozu? Enthält nicht Aboth der ethischen Belehrung genug? Aber diese beiden Abschnitte, דרכי תלמידי חכמים und תלמידי חכמים, enthalten Lobsprüche betreffend die Gelehrten und das Thorastudium, namentlich das Talmudstudium. Durch die vorstehenden. Ausführungen und Nachweise ist es genug gesichert, daß in amoräischer Zeit und noch Jahrhunderte nach dieser Zeit bis zum Erscheinen der Scheeltoth die Zitierformel שנו חכמים und כך שנו חכמים in Palästina nicht im Gebrauche war. Nun wird aber von den Forschern, die den Jelamdenu bis ins vierte Jahrhundert hinaufrücken, als Beweis für diese ihre Theorie eine angebliche Mitteilung des Kirchenvaters Hieronymus angeführt, daß die jüdischen Gelehrten ihre Vorträge mit den Worten: Die Weisen tradieren, 01 ao<pol dtuvepcbaiv, i. e. sapientes docent traditiones, beginnen, also 3שנו חכמים! auf die mündliche Lehre. Vgl. Ginze Schechter ed. Ginzberg I, 21—22,. II, 638—639, Lewin, תרביץ II, 394 ff. 1 Seder Elia Zutta Kap. 1ל. 2 Seder R. Amram 30 a f. Vgl. noch Sefer Mussar ed. Bacher S. 1, Bachers Einleitung S. XII f. und Aptowitzer, Monatsschrift 1912, S. 497 f., 628. 3 Rahmer, Die ,,Quaestiones in Genesin“, S. 10; Grünhut, ם' הלקוטים- I, Anh. S. 3a; Bacher, Ag. pal. Am. III, 510, Anm. 4; Epstein, Haeschkol ed. Günzig II, 25; Mann, Hebrew Union College Annual IV, 280. Lewin,.

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