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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 569

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Scheeltoth und Jelamdenu
Date
1932-01-01
Page
Seite 569 (sequence 12)
Language
German
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Scheeltoth und Jelamdenu 569 zitierte man in Babylonien Sätze der mündlichen Lehre wieder im Namen der Weisen, der autoritativen Gelehrten כך שנר חכמים. Und mit der Zunahme der Ketzerei steigerte sich der Gebrauch der Formel. Wir wissen, daß zur Zeit R. Achas, in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts, zweimal eine talmudfeindliche Bewegung entstand, geführt von den falschen Messiassen Serene und Abu Issa Isfahani. Waren diese Bewegungen, die sich bloß gegen einzelne talmudische Vorschriften richteten, deshalb weil ihre Anhänger auch biblische Gesetze übertraten und weil sie hauptsächlich politischen Charakter trugen, in religiöser Beziehung von geringer Bedeutung und geringem Einfluß, so haben sie den Boden vorbereitet für das bald darauf zur Zeit R. Jehudais entstandene Karäertum, das den Talmud im ganzen verwarf, aber auch nur diesen, bei strengster Beobachtung der biblischen Gesetze, und deshalb dem Rabbinismus gefährlich werden konnte. Und dem entsprechend sehen wir, daß, während in den Scheeltoth כך שנר חכמים nur neben תכר רבנן ■vorkommt, in den הלכות פסוקרת des R. Ab a* 1, des Schülers R. Jehudais, und dann bei dem Schüler R. Abas, Ben Baboj2, ausschließlich כך שנר חכמים gebraucht wird3. Dies ist bei Ben Baboj, dessen Schrift den Zweck verfolgt, den babylonischen Talmud auch in Palästina zur alleinigen Geltung zu bringen, besonders auffallend. In einer Schrift zur Ver- S. 42ל ff. Über den Zusammenhang zwischen Karäern und Sadduzäern Harkavy a. a. O. 495 ff., 511, bei Grätz a. a. O. 477. Poznanski, Abraham Geiger ed. L. Geiger S. 382—386; Poznanski, REJ XLIV, 196 f; Schechter, JewishSectaries I,S.21. Aptowitzer, Anzeiger der kais. Akademie Wien 1910, N. VII, S- 7f•; Aptowitzer, Spuren des Matriarchats im jüdischen Schrifttum, Hebrew Union College Annual V, S. 283 f. Dort ist in Anm. 58 anstatt WZKM ,,Anzeiger“ zu lesen. 1 Fragmente veröffentlicht von Schechter in der Hoffmann-Festschrift S. 263—266 und von J. N. Epstein in den ,,Schriften der hebr. Universität zu Jerusalem“ 161—11,149 מדעי היהדות. 2 פרקוי בן באבוי in Ginze Schechter ed. Ginzberg II, 544—573. 3 Auch in den Responsen der Geonim ist שנר חכמים häufig. R. Jehudai: Ginze Schechter II, 142, 145, 147. הים N. 62, תשייר I, 47 (3 mal). R. Bar Schalom: 69 שיצb N. 6. — R. Natronai: שע״ת N. 175, Geonim ed. Asaf II, 38. — R. Palt.oj: חייג N. 109. — Zemachb. Paltoj: חיג N. 29. — Vgl. noch 45 ש״צ b N. 8, 23 גמו״מ ,6 ג״ק ,177 ה״פ; Geonica II, 262, 320, 345; Geonim ed. Asaf SS. 56, 59, 83, 135, 167 u.v.a.

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