Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Scheeltoth und Jelamdenu
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 568 (sequence 11)
- Language
- German
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568 V. Aptowitzer der Mischna Rabbis noch andere Sammlungen gegeben1, die alle den Namen ״Mischna“ führten und den gleichen Anspruch auf Geltung und Anerkennung erhoben. Da konnten Traditionssätze ebenfalls nur im Namen der allen bekannten, für alle Welt maßgebenden ״Gelehrten''־ zitiert werden. Als aber die Mischna Rabbis kanonisiert, zum Haupt- und Grundwerk der mündlichen Lehre, zum allgemein bekannten und anerkannten offiziellen Buch wurde, zitierte man sie in derselben Weise wie man gewohnt war, die Bibel zu zitieren. ״Es steht geschrieben (,“(כתיב/ כחרב ״es wird gesagt (הוא אומד ,ואומר ,שנאמר)“, so wurden Bibelstellen angeführt, jedermann wußte, wo geschrieben steht, wo gesagt wird; so zitierte man auch die Mischna: ״wir lernen (״ ,“(תבן ,תנינןdort lernen wir (תכן התם ,תמן תנינן)“, jedermann wußte, wo wir lernen — in der Mischna Rabbis. So verschwand die alte Zitierformel ־שנו חכמים ganz aus dem literarischen Sprachschatz. Durch die Scheeltoth des R. Acha kam die Jahrhunderte hindurch verschollen gewesene, längst vergessene Eormel wieder zum Vorschein und gelangte durch ihre Verwendung als Terminus in der halachischen Pethicha auch in Palästina zur neuen Geltung.. Mit הלכה— שאילתא und אדם מישראל hat der Verfasser der Halacha- Deraschoth auch die in den Scheeltoth neben תכו רבנן gebrauchte Einleitung der Antwort 2כך תבו חכימיא und כך שנו חכמים herübergenommen. Wie aber kam R. Acha zu der Formel, die auch bei den babylonischen Amoräern nicht gebräuchlich ist? Die Antwort lautet: Gerade in Babylonien, wo das Studium des Talmuds und seine Erforschung und Erklärung so intensiv betrieben wurde und den Hauptinhalt des religiösen und überhaupt des geistigen Lebens bildete, entstanden die Leugner und Bekämpfer des Talmuds und der mündlichen Lehre im allgemeinen3. Daher 1 Koh. r. zu XII, 3: ״משניות גדולות בגון משנתו של רבי עקיבא ומשנתו של רבי חייא ורבי הושעיא ומשבתו של בר קפרא". Dasselbe Jerusch. Hör. III, 48 c, wo die Mischna R. Akibas fehlt. Dazu kommt die Sammlung Levis selbst, die aber in den palästinischen Quellen nicht erwähnt wird. Vgl. darüber R a t n e r, Harkavy-Festschrift S. 117 f. 2 "כך שבו חכמים במשנתנו״ ״כך תנו חכימיא במתניתא דילגא*,. Vgl. J. N. Epstein, JQR NS XII, 310 ff. 3 Über vorkaräische Karäismen in Babylonien s. Grätz V4, 457 f.; Harkavy bei Rabbinowitz דברי ימי ישראל III, 501 ff. und bei Grätz V4,