Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Scheeltoth und Jelamdenu
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 566 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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566 V. Aptowitzer sondern ans (der Beschäftigung mit) einer sicheren Satzung/‘ Was kann im Gegensatz zu ,,einwandfreier Satzung“ und neben ״Gerichtsverhandlung“ der Ausdruck דבר הלכה anders bedeuten als ״Gegenstand der Erörterung“?! Für הלכה פסוקה werden einige Beispiele angeführt, wozu Raschi bemerkt: Diese Beispiele sind unanfechtbare Satzungen, bei denen es keine Fragen und Antworten gibt, über die man nachdenken müßte והנך הוויין הלכות פסוקות שאין עליהם קושיות ותירוצים שיהא צריך להרהר בהם. Also ist דבר הלכה etwas, wobei es Einwände und deren Zurückweisungen gibt. Vgl. auch Maimuni, Mischne Thorah, Tefilla IV 18. Die Bedeutung ״Erörterung“ für הלכה ist also gesichert. Diese Bedeutung hat das Wort als Einleitungsterminus in der Halacha-Derascha, indem es die ganze Derascha, die Erörterung eines bestimmten Problems, bezeichnet. In der Tat heißt es einmal im Ginzbergschen Fragment: ״שלא לילך לנו כל אוחו העדן״ um nicht jenes ganze Thema erörtern zu müssen1. In dieser Bedeutung ist aber הלכה die Übersetzung von שאילחא .ש אייל תא an der Spitze der einzelnen Vorträge oder Abhandlungen im Werke R. Achas kann nicht ״Frage“ bedeuten, weil darauf eine positive Aussage folgt: דמיחייבין דבית ישראל oder דאסיד להון לדבית ישראל. Dies wurde schon von J. Müller erkannt2. Er übersetzt שאילתא mit ״Forderung“. Aber auch dies entspricht nicht ganz, weil das Wort in dieser Bedeutung sich bloß auf den ersten Satz beziehen kann, während wir es als Bezeichnung der von den Geonim gehaltenen Vorträge finden3 und es offenbar auch im Werke R. Achas die ganze Ausführung bezeichnen will, daher paßt für שאילתא am besten die Bedeutung Diskussion, Erörterung4. Wichtig ist es, daß Maimuni das Werk 1 Ginze Schechter I, 49, Zeile 24. Vgl. Ginzberg S. 31, der auf aram. סגי hebr. הלך im Sinne von studieren verweist. Bei mittelalterlichen Autoren und auch sonst heißt eine talmudische Abhandlung zur Mischna סוגיא Diskussion, Erörterung, wofür andere הלכה schreiben. Vgl. z. B. R abiah. 2 Briefe und Responsen in der vorgaonäischen jüdischen Literatur, S. 31, Anm. 62. 2 ־ Vgl. J. N. Epstein, JQR- NS XII, 301, 305. 4 So Mendelsohn, REJ XXX, 56 f. Vgl. auch Ginzberg, Geonica I, 75, Anm. 2. — Epstein, a. a. O. S. 305 übersetzt שאילתא mit ״Responsum“,