Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 563

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Scheeltoth und Jelamdenu
Date
1932-01-01
Page
Seite 563 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829990-2838004--51623-2838061
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Scheeltoth und Jelamdenu 563 Schriften1, die den Zuhörern entweder bekannt waren oder — wo es sich um Fragen ohne praktischen Wert handelt — sie garnicbt interessierten, so daß die Annahme eines wirklichen Fragestellers ausgeschlossen ist. So ist die Frage eine bloße Kunstform und ילמדנו רבעו eine rhetorische Phrase, ein Kunstterminus. Nun treffen wir die Frage als Kunstform in den Scheeltoth: ,,ברם צריך את למילף" ,,aber dies mußt du lernen/' Diese Aufforderung zu lernen löst bei den Zuhörern den Wunsch aus: so möge uns der Lehrer belehren ילמדנו רבעו! Damit ist der ideelle Fragesteller gegeben. Vielleicht pflegte in Babylonien bei den dramatisch verteilten Vorträgen2, denen die Scheeltoth nachgebildet sind3, einer vom Publikum wirklich ילמדנו רבעו zu sprechen, wovon noch eine Spur in den Scheeltoth erhalten ist4. Scheeltoth N. 145, 58a: ״ברם צריך למימר פתחא דאיכא ולא רגיל למיעל ולמיפק בה ונפקין בד, תורי וקניינא מאי מי אמרינן וכו׳ דלכתא מאי בריך שמיד, דק-בד, כתיב ועשו להם ציצית ילמדנו רבי נ ו מד, עיסקד, של ציצית אלא חלק כבור לישראל וכר".. Dieses ילמדנו רבעו nach Beginn der Antwort gibt keinen Sinn, es muß daher der Text ursprünglich so gelautet haben: ״ברם צריך וכר הלכתא מאי — ילמדנו רבינו — בדיך שמיה דק״בד, כתיב ועשו להם ציצית 1 Vgl. Lerner a. a. O. 2 Der Exilarch hielt die Derasclia und schloß mit der Frage ברם צריך את למילף, worauf ein vornehmer Gelehrter die Antwort gab, dann setzte der erste Vortragende fort, ולעניין שאילתא וכל. Bericht Nathans des Babyloniniers. Vgl. Epstein und Lewin a. a. 0. Oben S. 561 Anm. 4. 3 Vgl. oben S. 561 Anm. 4. 4 Demnach wäre Scheelta 145 eine von den Scheeltoth, die aus älterer Zeit stammen und die R. Acha wörtlich seinem Buche einverleibt hat. Vgl. darüber J. N. Epstein, JQR NS XII, 301; Lewin, Jüdische Studien Dr. J. Wohlgemuth gewidmet (Sonderabdruck) S. 1. — Lewin, a. a. O. S. 5 bemerkt, ohne die Schwierigkeit des uns vorliegenden Textes und die richtige Bedeutung des ילמדנו רבעו an dieser Stelle zu erkennen, bloß auf Grund des Ausdrucks selbst: ״ואולי יש לבקש כאן את המקור להמדרשות של ילמדנו שתשובתן גם היא מתחילה תמיד; כך שנו רבותעד". Natürlich kann daran nicht gedacht werden, daß das ein maiige Vorkommen der Phrase ילמדנו רביגו in den Scheeltoth die ,,Jelamdenu־Midraschim“ erzeugt hat. Nur in der hier gegebenen Erklärung der Scheeltothstelle hat sie eine Bedeutung für die Frage: Jeiamdenu-Scheeltoth. Reifmann, Beth Talmud III, 53, meint, daß die mit ילמדנו רבעו beginnende Ausführung ,,zweifellos“ (בלי ספק) dem Jelamdenu entlehnt ist. Er hat übersehen, daß מה עטקה nicht die Form einer Jelamdenu- Frage ist. 36*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.