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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 562

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Scheeltoth und Jelamdenu
Date
1932-01-01
Page
Seite 562 (sequence 5)
Language
German
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562 V. Aptowitzer gerade Gegenteil, daß die Scheeltoth eine Nachahmung des Jelamdenu sind* 1. Die letztere Ansicht hat für sich keinen anderen Anhaltspunkt als die falsche Voraussetzung, daß R. Acha sein Werk in Palästina verfaßt hat und daß der Jelamdenu uralt ist. Auch die entgegengesetzte Meinung führt teils gar keine Argumente an und setzt die Abhängigkeit der Jelamdenu-Midraschim von den Scheeltoth als selbstverständlich voraus oder stützt sich teils auf schwache Anhaltspunkte2. Wir haben nun gesehen, daß ein Teil der Jelamdenu-Derascha, der halachische Eingang — ohne die Frage —, alt ist, während die einleitende Frage und die Terminologie der älteren Literatur fremd sind. Wir haben auch gesehen3, daß zwei Jelamdenu- Deraschoth wörtlich aus Scheeltoth entlehnt sind, so daß die Annahme, die Jelamdenuform überhaupt gehe auf Scheeltoth zurück, sich der Sicherheit nähert. Aber absolute Sicherheit kann sie nur dann erlangen, wenn nachgewiesen wird, daß auch die Jelamdenu-Terminologie in ihrer zweifachen Form, ילמדנו und הלכה, auf Scheeltoth zurückgeführt werden kann und muß. Dies soll nun geschehen: a) ילמדנו רביכו. Im babylonischen Talmud kommt diese Frageformel in brieflichen oder mündlichen Botschaften und auch im persönlichen Verkehr vor. In allen Fällen aber handelt es sich um wirkliche Fragen und Bitten um Belehrung in Dingen, die der Entscheidung bedürfen. In der Jelamdenu-Derascha aber betrifft die Frage längst feststehende Satzungen und Vor- 405, Lewin, לחקר שאלתית דרב אחאי גאון in ,,Jüdische Studien Dr. J. Wohlgemuth gewidmet.“ Die Übereinstimmung der Scheeltoth mit der Form der im gaonäischen Zeitalter bei feierlichen Gelegenheiten gehaltenen Vorträge s. J. N. Epstein, JQR, NS XII, 301, besonders Lewin a. a. CL 1 Ginzberg, Geonica I, 92 f. S. 93, Anm. 1, bemerkt er: ,,Grätz, Geschichte V3, 162, has completely rewersed the true relation of Rabbi Aha to the Haggadic Midrashim, when he maintains that the Sheeltot served as a model for the later Haggadic collections, by which he me ans the Tanhuma Midrashim.“ Ginzbergs Ausführungen hat Eppenstein, Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter S. 60 f. herübergenommen. 2 Vgl. den erwähnten Aufsatz in Hebrew Union College Annual VIII, II. Tanchuma. 3 Siehe Seite 558 Anmerkung 1.

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