Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Scheeltoth und Jelamdenu
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 561 (sequence 4)
- Language
- German
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Scheeltoth und Jelamdenu 561 עצמותי תאמרנה ה׳ מי כמוך (שם לה 0, אמר הקיבה הוו זהירין בתפלה שאץ לך מדה יפה הימנה, ואפילו אין אדם כדי לענות, חסד אני אעשה עמו, שכל דרכי חסד ♦ אמר ר׳ שמלאי מבקש אתה לידע שכל דרכיו של הק״בה חסד, בראשה של תודה קישט את הכלה, שנאמר ויכן ה׳ אלהים את הצלע .(בראשית ב כב), ובסופה חסד שקיבר את המת, שנאמד ויקבר אותו בגיא (דברים לד ו), ובאמצעה ביקר את החולה, שנאמר וידא אליו ה׳♦ כיון שמל אברהם בא הקיבה ופמליא שלו לבקרו (שנאמר) [מנין ממה שקראו בעניןז וידא אליו.״ 1 Woher kommt die neue Form des halachischen Einganges: die Frage und die Terminologie für die Einführung der Antwort? Die alten Einführungsformeln neben חנינן sind: ,תנינן תמן ,חמן חנינן 2תני ,דתנינן und im Jerusch.: חנן ,תנן התם. Hingegen kommen כך שנו חכמים ,שנו חכמים ,כך שנו רבותינו ,שנו רבותינו im älteren rabbinischen, halachischen und agadischen Schrifttum nicht vor. Auch הלכה in der Bedeutung ,,Frage“ und אדם מישראל kommen außer in der Jelamdenu-Derascha nicht vor. שנו רבותינו und ילמדנו רבינו wieder sind nur aus dem babylonischen Talmud bekannt, ersteres ist das hebräische Äquivalent des im Babli so häufigen תנו רבנן und letzteres bildete die Einleitungsformel in schriftlichen oder mündlichen Botschaften und Bitten um Be־ lehrung3. Die übrigen Termini aber und die einleitende Frage sind ganz neu. Woher kommen sie? Was nun die Einleitungsfrage betrifft, so hat sie schon zu der Annahme geführt, daß der ״Jelamdenu“ nach dem Vorbild der Scheeltoth gearbeitet ist4. Andere hingegen behaupten das 1 Tanchuma ed. Buber 1 § וירא. Auch in Tan. 1, wo aber spätere Zusätze. Vgl. Ginzberg, Ginze Schechter I, 458, N. 13. Sidd. Raschi S. 258 ist eine echte Jelamdenu-Derascha, deren Inhalt verschieden ist von dem in Tan. — Die Mischna: Ber. IV, 3. 2 Die Stellen bei Albeck מבוא ומפתחות למדרש בראשית רבה, Berlin 1931, S. 43 f. 3 Vgl. J. Müller, Briefe und Responsen in der vorgaonäischen jüdischen Literatur SS. 10, 28 Anm. 50. Bacher, Exegetische Terminologie II, 99 f. 4 Lerner, Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft zu Fr. a. M. 1903, S. 207. Grätz, Geschichte V4, S. 180 bemerkt kurz: ,,Die Scheeltoth sind für spätere agadische Sammelwerke Muster geworden“. Schon Zunz bemerkt, Gottesdienstliche Vorträge2 S. 245: ,,Überdies haben mehrere Jelamdenu-Abschnitte, in bezug auf Materie und Manier, große Ähnlichkeit mit den Scheeltoth und den Werken der Geonim.“ — Über den Aufbau der Scheeltoth vgl. Ginzberg, Geoniea I, 86 ff., Poznanski, JQR, NS III, Monatsschrift, 76. Jahrgang: 36