Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Scheeltoth und Jelamdenu
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 559 (sequence 2)
- Language
- German
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Scheeltoth und Jelamdenu 559 in Tanchuma und Pesikta שכר רבותינו, in Ginzbergs Fragment כך שנו רבותינו, in Debarim r. כך שנו חכמים? Wie war die Terminologie des Ur-Jelamdenu und was veranlaßte die verschiedenen Entlehner, sie verschieden abzuändern? Warum haben die Benützer des Ur־Jelamdenu mit den Deraschoth nicht auch ihre Formeln und Termini mit herübergenommen? Diese Frage muß bei der Voraussetzung einer Ur-Sammlung von Jelamdenu-Deraschoth unbeantwortet bleiben. Dies aber beweist die Unrichtigkeit der Voraussetzung. Es ist auch in der Jelamdenu-Forschung übersehen worden, daß die Jelamdenu-Derascha in ihrer uns vorliegenden Form nicht auf einmal als Ganzes entstanden ist, also eines schönen Tages als abgerundetes, vollendetes Gebilde zur Welt kam, daß sie vielmehr ein Produkt der Entwicklung ist und aus zwei in bezug auf ihr Alter ungleichen Teilen besteht. Der eine Teil ist alt, der andere um einige Jahrhunderte jünger. Alt ist die Verbindung der Halacha mit der Agada. Dieser begegnen wir in verschiedener Form schon in den ältesten Agadasammlungen: Bereschith rabba, alte Pesikta und Lev. r.* 1 In Pesikta und Lev. r. ist folgende Verbindungsform häufig: 1. Pentateuchtext; 2. Vers aus Propheten oder Hagiographen, mit oder ohne Agada, zuweilen eine kurze Erklärung ohne Bibelvers; 3. Halacha,. Mischna oder Tosefta, zuweilen beide, manchmal auch noch amoräische Erklärung oder Erweiterung; 4. Agada; 5. Rückkehr zum Pentateuchtext. Diesem Schema entspricht in der Jelamdenu-Derascha: 1. Pentateuchtext; 2. halachische Frage; 3. halachische Antwort, Mischna, Tosefta, zuweilen beide, oft auch Amoräisches; 4. Agada; 5. Rückkehr zum Perikopentext. Die Jelamdenu-Derascha unterscheidet sich also von der alten halachischen Pethicha bloß durch die neue Einleitung: halachische Frage an Stelle des nichtpentateuchischen Bibel verses. bei Buber, Einleitung S- 40. הלכה אדם מישראל kommt auch zweimal in der Pesikta r. vor, N. 1 und N. 9. Debarim r. und Pesikta r. haben die Formel למדונו רבותינו gemeinsam. Dies ist wohl nicht zufällig. Vgl. darüber in dem erwähnten Aufsatz. 1 Die Texte bei Hirschberg-Murmelstein יחס האגדה להלכה, Wien 1928.