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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 6 · p. Seite 553

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 6
Article
Zur jüdischen Altertumskunde
Date
1932-01-01
Page
Seite 553 (sequence 9)
Language
German
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Zur jüdischen Altertumskunde 553 ,,Syrien hat eine Reihe sehr ■bemerkenswerter kirchlicher Hospizbanten (7ravdoyeiov, ^svodoyehv) überliefert, so ... . das Pandocheion von Turmanin neben der dortigen alten Basilika ans dem 6. Jahrhundert. Zweistöckig in der Anlage, hatte der an״ sehnliche Bau ... in jedem Stockwerk einen großen Saal. . . . Ein zweiteiliger Portikus umgab das ganze Gebäude bis auf das links angebaute triclinium. Zwei . . /Bassins ... waren in unmittelbarer Nähe angelegt, ebenso Stallunge n." Die jüdischen Fremdenhäuser waren sicherlich nicht solche Prachtbauten; aber man wird in der obigen Beschreibung die wesentlichen Züge eines Fremdenhauses der Synagoge erkennen dürfen. Besonders charakteristisch für diese wie für jene war der Speisesaal (vgl. die Midraschstelle § 8) und die Bassins (vgl. die Theodotos-Inschrift, oben § 3). Dabei sei noch auf die Stallungen hingewiesen, die — wie oben § 6 gesehen — auch beim jüdischen Fremdenhaus anzutreffen waren. Auch einige christliche Herbergeinschriften sind zu verzeichnen1. Eine aus dem Jahre 456 stammende bezeichnet das Fremdenhaus der Kirche als Mnemeion, also als ,,Gedächtnisbau'4 zu Ehren Gottes und zur Ruhe der Fremden. In einer anderen (aus dem Jahre 479) wird der Name des Stifters (Symeonos, Sohn des Maron) genannt, worauf der Segen folgt: ,,Möge man seiner gedenke n“. Es verlohnt sich, die Beschreibung dieses Fundes hierherzusetzen2: Die Inschrift befindet sich über der Eingangstür einer kleinen Pilgerherberge. ״Der Text ist in rohen...Buchstaben über und zum Teil... zwischen dem Reliefschmuck des schweren Steinblockes geschrieben. Dieser Schmuck ... kon~ trastiert auffallend gegenüber der schlecht gemeißelten und unsymmetiisch angeordneten Inschrift/' Ferner sei darauf hingewiesen, daß Kaufmann an zwei Stellen je zwei Pandochien in einem Orte verzeichnet. 10. Diese Einzelzüge dürften bei der Erklärung der vor nicht langer Zeit entdeckten, bisher einzigen in hebräischen Schriftzügen gehaltenen Herberge-Inschrift von Wichtigkeit sein. 1 Handbuch d. alt Christi. Epigraphik, S. 415—417. 2 Ebd., S. 416 f.

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