Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur jüdischen Altertumskunde
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 552 (sequence 8)
- Language
- German
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552 S. Klein Schriften bezeugte Text erweist, um Diener (פריטין ünepirrj(;1), die eine Zeitlang im genannten untergaliläischen Orte2 Arbeit fänden und als Ortsfremde den Sabbateingang im Fremdenhaus der Synagoge verbrachten. Die Annahme, daß die כנישתא hier die ,,Rats- Versammlung“ bedeute, scheitert an dem ganzen Inhalt des Berichteten, da es sicher unmöglich ist, daß Mitglieder der jüdischen Ratsversammlung eine solch derbe Behandlung des armen Sofers sich zu schulden kommen ließen. 9. Eine der von T h e o d o r in seiner Ausgabe des Bereschit Rabba S. 728 benutzten Handschriften bietet an unserer Stelle eine sehr bedeutsame Variante bezüglich der Lokalität, wo diese Geschichte sich abgespielt hatte. Die Variante wurde wohl vom Herausgeber verzeichnet, ohne aber darauf im Kommentar auch nur hinzuweisen. Und doch ist sie von großer Wichtigkeit, denn sie enthält den Namen des Fremdenhauses. Dieser lautet ,ב י ז ר ד — der volle Ausdruck im Kontext: ב י ז ר ה דכפר חיטייה ,,das Fremdenhaus von Kefar Hittajja“. Denn das von den meisten Abschreibern nicht verstandene und deshalb einfach fortgelassene Wort ביזרה ist zweifellos בי זרה zu lesen3, von aram. זור hebr. 4סור abzuleiten und genauer mit ,,Einkehrhaus“ zu übersetzen. Es stellt das aramäische Äquivalent des griechischen Xenodocheion dar. 9. Über die so benannten Bauten der ersten christlichen Jahrhunderte, besonders von der byzantinischen Kaiserzeit an, ist man besser unterrichtet als über ihre Vorbilder, die jüdischen Fremdenhäuser. Wohl fehlt es noch an einer zusammenfassenden Untersuchung und Beschreibung der wichtigen Gebäudereste und In- Schriften, jedoch dürfen aus den Werken des bedeutendsten Kenners altchristlicher Archäologie C. I. Kaufmann folgende Fest- Stellungen und Einzelheiten angeführt werden5: 1 Theodor 728, Z. 6 (gegen die La. פריצין der Ansgg. und mancher Handschr., die auch Bacher, Ag. pal. Amor. II, 492, Anm. 1,. beeinflußte). 2 Er lag westlich vom Gennesar-See. 3 בי wird nicht selten mit dem folgenden Wort zusammengeschrieben;; vgl. meine Palästina-Studien Bd. I, Heft 4, S. 55 f. 4 Z. B. Gen 192 זורו י ♦ לבית עבדכון סורר בא אל בית עבדכם in den Targumim;; vgl. auch Payne-Smith I, 1113. 5 Handbuch der altchristlichen Archäologie, 3. Auil., S. 234. Dort, auch Abbildungen.