Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 536 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen 536 : Immerhin ist es ein großes Verdienst der Schriftleitung, auf vielseitige Betrachtung der Stichworte hingewirkt und für die Bearbeitung großenteils spruchbefugte Gelehrte gewonnen zu haben. Sie hat auch mit der: weiteren Aufgabe gerungen, einen gewissen Ausgleich herzustellen, also Wieder» liolurigen und namentlich Widersprüche einigermaßen zu vermeiden. Im Bewußtsein der Verantwortung für das Gesamtwerk hat sie sogar den einzelnen Mitarbeitern gegenüber eine große Selbständigkeit bewiesen; und es fragt sich nur, ob die Rührigkeit der Schriftleitung immer am rechten׳ Orte eirisetzte. Aus einer Reihe von Zuschriften weiß ich, daß Einzelartikel ohne Wissen des Verfassers und auch des Abteilungsleiters willkürlich ab» geändert worden sind; manchmal sind offenbare Fehler hineinverbessert worden; und der Schlußteil des wichtigen Artikels Dogmen ist derart zurecht» gestutzt worden, daß der Verfasser, dessen Unterschrift erträgt, die Ver» antwortüng ablehnt und mich sogar gebeten hat, dies festzustellen. Ich füge gern hinzu, daß die Leitung zugesagt hat, für die Abstellung dieser Mißstände zu sorgen. Dagegen vermißt man die ordnende Hand vielfach* wo es die Einheitlichkeit des Werkes gefordert hätte. So stehen beim Schlagwort Dekalog zwei Beiträge nebeneinander, von denen der erste die Theorie Berdyczewskys vertritt, der zweite sie ablehnt; auch die Beitrags» reihen Gesetze lind Gesetzgebung hätten eines besseren Ausgleichs bedurft. Es mag, rein äußerlich gesehen,׳ als Vorzug erscheinen, wenn viel seltener als in• anderen Sammelwerken auf frühere Beiträge verwiesen ist; aber auch einem Werke wie der Enzyklopädie sind doch räumliche Schranken gesetzt; und soll sie berechtigten Erweiterungswünschen Rechnung tragen, wie wir sie oben angedeütet haben, so muß sie durch häufigere Hinweise Raum zu sparen suchen. Ebenso scharf sollte die Schriftleitung bzgi. der Bibliographie durchgreifen. Die Verteilung der Buchangaben auf einzelne Teile größerer Bei» träge, wie im Artikel Islam, wäre durchweg wünschenswert. Vor allem aber wäre allgemein diejenige Sorgfalt zu fordern, wie sie z. B. in der Zusammen» Stellung der Schriften über Friedhöfe (VII 62$ ff.) und zu den Beiträgen Industrie und Inquisition geübt worden ist. Stattdessen iiest man oft fehlerhafte Angaben‘ (VII 191, 2 muß es statt Tärbiz 1929, wie ein Leser mir mitteilt, 1930, 107 ff. heißen; VI 747 lies Ster statt Stern); sehr häufig fehlen die Erscheinungsjahre, ohne weiche weniger bekannte Werke oft schwer zu beschaffen sind; vor allem ist zu rügen, daß (z. B. VII 190 f.) bei Zeitschriften aufs ätzen der Name des Verfassers vielfach weg-gelassen ist► Vergleicht man diese Angaben mit denen der RGG, der nicht dieser Raum zur Verfügung stand, so kommt man zu einem für die EJ unerfreulichen Ergebnis. 1 Es sollte auch kein falscher Stolz die Leitung der EJ zurückhälten, bei ihrer etwas weniger reich ausgestatteten Schwester, dem Jüdischen Lexikon* in die Schule zu gehen. Ich habe den VI. Band der EJ mit dem entspre» chenden Teil des Lexikons verglichen und sonst nur gelegentliche Stichproben genommen; unter den Schlagworten, die nur im JL behandelt sind* sind manche, die ich in der EJ nicht Vermisse, aber auch viele, deren Fehlen