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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 526

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 526 (sequence 2)
Language
German
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526 Besprechungen im Einklang mit pharisäischen Vorschriften ,versahen (Joma 19b). Der Verfasser hatte eine große Neigung zur Priesterschaft, die hauptsächlich sadduzäisch war. Er weist ihnen den Zehnt zu (Jub. 329) und räumt dun Leviten gar keine Rechte ein; Levi ist für ihn nicht der erste der Leviten, sondern der der Priester. Er weigert sich, die Auferstehung, die grundlegende Lehre des Pharisäismus, anzuerkennen, sowie die Überlieferung einer mündlichen Lehre, außerhalb seines eigenen Pseudepigraphs, anzunehmen. Andererseits nimmt er die abgeleiteten und weniger umstrittenen pharisäischen Lehren von der Unsterblichkeit der Seele (Jub 23s1), von der Verbindung der Offenbarung mit Schabuot (Jub lr), von der Existenz persönlicher Engel (22 u. ö.) und von den vier Tagen des Gerichts an (Jub 623, vgl. Roscli Haschanah 12)• Er weist die pharisäischen Sukkot- Zeremonien des Wassergießens und Fackeltragens zurück, gegen welche die Sadduzäer heftige Einwendungen machten (Harvard Theological Review 22!93 ff.) und verlegt die vier Gerichtstage von den Festtagen auf die ersten Tage des ersten, vierten, siebenten und zehnten Monats. In all diesen Neuerungen bemerken wir die Hand des Aussöhners, der sich bestrebt, einen neuen Weg, gleich entfernt von beiden alten Überlieferungen, zu finden, und ihn möglicherweise beiden durch die Autorität einer geheimen Offenbarung aufzuerlegen. Die Halacha des Buches, für welche sich Älbeck hauptsächlich interessiert, zeigt denselben Versuch, über beide alten Parteien hinauszukommen. Größtenteils scheint sie mir dem zeitgenössischen Pharisäismus entnommen zu sein. In vielen Fällen kann die Abweichung von der talmudischen Halacha als eine Meinungsverschiedenheit zwischen den frühen pharisäischen Lehren und denen der späteren Rabbinen, aufgewiesen werden. Wo dies manchmal nicht endgültig bewiesen werden kann, dürfen wir eine Ent- Wicklung des rabbinischen Gesetzes in Betracht ziehen, wie auch eine Abweichung von den pharisäischen Lehren im Buch der Jubiläen. Dennoch bleibt noch ohne Zweifel eine Anzahl von Gesetzen, für welche der Verfasser die sadduzäische Erklärung vorzieht oder seine neue, eigene Erklärung an den Tag legt. Solcher gibt es viel weniger, als Albeck uns an zunehmen bestimmen möchte. Wenn auch Albeck die Entwicklung der rabbinischen Halacha einigermaßen in Betracht zieht, so schenkt er ihr doch viel weniger Aufmerksamkeit, als ihr gebührt. In dem begrenzten mir zur Verfügung stehenden Raume ist es unmöglich, sämtliche Argumente Albecks nachzuprüfen; ich muß mich mit einem Studium des Sabbathgesetzes im Buch der Jubiläen begnügen. Dies wird hinlänglich den Unterschied zwischen mir und Albeck in der Auffassung des ganzen Problems .klarmachen. Fünfzehn Arbeiten werden im Buch der Jubiläen aufgezählt, deren Verrichtung für todeswürdig erklärt wird1. Darunter wird das Feueranzünden erwähnt, das auch nach dem Talmud als todeswürdiges Verbrechen gilt2; das Tragen von einem Haus ins andere, was der.Talmud 1 Jubiläen, 50, 8, 12. 2 Mischna Sabbath 7V; : :

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