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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 525

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1932-01-01
Page
Seite 525 (sequence 1)
Language
German
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Besprechungen 525 Besprechungen Ch. Albeck: Das Buch der Jubiläen und die Halacha. Beilage zum Jahresbericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, 1930. Albecks mannigfache Studien haben ihm so weitverbreitete An erkennung wegen seines ungewöhnlichen Scharfsinns und seiner großen Belesenheit verschafft, daß seine neueUntersuchung über die Halacha des Buches der Jubiläen allgemein begrüßt werden wird. Er sammelt viele bisher unbeachtete Tatsachen und unterzieht die früheren Theorien und Vermutungen einer sorgfältigen Kritik. Seine Beweisführung ist immer aufschlußreich und klärend, wenn auch mitunter überscharf. Er bietet verschiedene neue Interpretationen, besonders in Bezug auf den Kalender im Jubiläums buche, die angenommen werden müssen. Sein Hauptergebnis ist, daß das Buch der Jubiläen weder von einem Pharisäer noch von einem Sadduzäer geschrieben ist, sondern von einem Anhänger einer anderen Sekte, die den beiden größeren Parteien gegenüberstand1. Dagegen verbleibe ich nach sorgfältiger Prüfung der Albecksehen Argumente bei meiner schon an anderer Stelle ausgesprochenen Meinung, daß das Buch der Jubiläen geschrieben wurde2, um die Pharisäer mit den Sadduzäern in Einklang zu bringen. Dies erklärt den Versuch des Verfassers, einige Lehren jedweder Partei anzunehmen und andere zu verwerfen; wir brauchen nicht unsere Zuflucht zu der Voraussetzung zu nehmen, daß eine sonst unbekannte Sekte, ein Mittelding zwischen Pharh säismus und Sadduzäismus, in frülimakkabäischen Zeiten existierte. Vielleicht hat das Werk des Verfassers solch eine Kompromissekte ins Leben gerufen; es ist ja oft das Schicksal der Friedensstifter, die Verwirrung zu steigern. Doch scheint es ganz unmöglich anzunehmen, daß jemand es wagen würde, Lehren, die von einer besonderen Sekte viele Jahre hindurch bekannt wurden, als eine geheime, mosaische Offenbarung zu verkünden. Seine eigenen Mitsektierer würden das* Buch als eine Fälschung gebrandmarkt haben, weil sie sich wundern würden, wie es nur möglich war, daß sie alle diese. Gebote erfüllten, ohne von solcher Offenbarung gehört zu haben. Der Verfasser gehörte also einer der herrschenden Parteien an, entweder den Sadduzäern oder den Pharisäern. Es giebt einigen Grund zur Annahme, daß er Sadduzäer war, doch ist dieser Grund unzureichend, um den Punkt außer Frage zu stellen. Der Verfasser war sicherlich ein glühender Nationalist (vgl. Jubiläen 1532; 218-2l; 1924; 221Q-2; 2425; 2634; 34^; 38!ff-). Ja, sein Patriotismus war so stark, daß er über alle religiösen Bedenken siegte, die er aus teilweiser Untreue gegen die Traditionen seiner Partei getragen haben mochte. Heftiger Nationalismus wie auch Bereitwilligkeit, auf parteigängerische, religiöse Bedenken zu verzichten, waren charakteristisch für die Sadduzäer, deren Hohenpriester gerne im Tempel ihr Amt 1 Siehe Albeck S. 35 ff. 2 Vgl. Harvard Theological Review XXII, 1929, S. 247 ff. und Journal of Biblical Literature XLIX, 1930, S. 22 ff.

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