Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 11)
- Language
- German
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504 A. Kaminka Auch ^18 ist conturbasti saeculum nicht ,,die Äonen erschraken“, sondern ,,Du hast die Welt erschüttert“ (ähnlich Richter ö4, Ps 689, Jer 8x6), d. i. ע1לם הו«?ה. 763. ,,Besser wäre es, der Staub (des Menschendaseins) wäre niemals erschaffen worden (ipsum pulverem non esse naturn).“ Ähnlich das Gebet Rabas und des R. Hamnuna am Rüsttag des Versöhnungstages b. Joma 87b* 1. 766. ״Ihnen (den Tieren) geht es viel besser, denn sie haben kein Gericht zu erwarten, sie wissen nichts von einer Pein.“ Dieser Auffassung wurde mit Recht die agadische gegenübergestellt: vieles aus Mangel an Sprach- und Sachkenntnis unentscheidbar“, das hindert ihn aber nicht, fortzufahren: ״so kann ich doch aus den Gebeten die Grund ans chauung für die hellenistische Zeit mit Sicherheit (l) nachweisen: Das alte Gebet der Neumondsnacht, das P. Fiebig, Die Mischna . . Rosch Haschana, 1914, bis in die Zeit Jesu verlegt, beginnt, S. 27: Gepriesen seist Du, Jhv, König der Welt (ßaatlsb; tou cd&vo;;), der Du schaffst die Frucht des Weinstocks! “ (R. hätte doch so leicht von irgend einem Rabbiner die Aufklärung erhalten können, daß der Dank- Spruch für den Genuß des Weines nur einer von zahlreichen, für Speise und 1 rank ist und mit dem Neumond gar keinen Zusammenhang hat, und daß ,,König der Welt“ auf Ps 10!8, Jer 1010 zurückgeht). Dann: ,,In dem heutigen deutschen Ritual des Sabbateinganges, das ich Lietzmanns schönem Buch ,,Messe und Herrenmahl“, S. 203 entnehme, ist die Ausführung des Ai 0 n-gedankens geschwunden, aber der Eingang lautet noch: Gesegnet seist Du, Je j a (1) unser Gott, König der Ewigkeit, der die Frucht des Weinstocks geschaffen hat . . . Wir sehen, wie der Gott Abras ax oder Abraxas mit JHV und dieser mit Dionysos oder Jakchos zusammenhängt.“ Wie wird die Entzifferung wirklich schwerer assyrischer oder ägyptischer Texte diskreditiert, wenn ein Forscher in Deutschland, wo ein jüdisches Gebetbuch und sogar eine wissenschaftliche Geschichte des jüdischen Gottesdienstes so leicht zu erreichen ist und jeder Schüler über die Abbreviatur des Gottesnamens (")Auskunft geben, kann, derartige Ungereimtheiten ״mit Sicherheit“ Vorbringen kann. 1 עכשיו שנוצרתי כאילו לא נוצרתי, עפר אבי בחיי קל וחמר במיתתי. Der folgende Satz V. 64, daß dem Menschen durch die Vernunft nur Pein gegeben ist, lehnt sich an Kohel 1!8 an. Max Scheler, Vom Ewigen im Menschen, I (1921), S. 513, vertieft philosophisch den Gedanken des Nachteils des lebendigen und bewußten Menschen, der seinen höheren Wert bezahlen muß ״mit jenem absoluten Aufhören und Verschwinden, das die bloßen Erhaltungsgesetze der toten Natur nicht kennen.“ Im Gedankengang Esras handelt es sich noch mehr um das Verantwortlichkeitsgefühl und das Erwarten des Gerichtes.