Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 21)
- Language
- German
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490 I: Heinemänn graphen; diese Einrichtung, die noch bei Wolfson fehlt, ist allen zukünftigen Herausgebern mittelalterlicher jüdischer Schriftsteller zur Nachahmung zu empfehlen. . Die Einleitung wiederholt nur Bekanntes und geht insbesondere an den Fragen vorbei, die sich an die Entstehungsgeschichte des Buches knüpfen. ' Die Anmerkungen legen mit vollem Recht auf die Quellennachweise besonderes Gewicht. Die Anführungen aus der Bibel und dem rabbinischen Schrifttum sind nicht nur unter der Übersetzung, sondern seltsamerweise größtenteils auch unter dem. Text gegeben. Nur unter der Übersetzung stehen Hinweise auf jüdische Vorgänger, die Albo bisweilen nur flüchtig, bisweilen überhaupt nicht andeutet, einschließlich des kabbalistischen Schrifttums. Zu diesen Nachweisen hat L. Ginzberg recht viel Beiträge und Nachträge geliefert. Mit großem Fleiß und erfreulichem Weitblick hat H.־ auch die griechischen Quellen ermittelt, insbesondere sämtliche Aristoteles-Stellen mitgeteilt, auf welche A. anzuspielen scheint; auch den arabischen Vorgängern ist er sachkundig nachgegangen; vielfach hat er den Text der hebräischen Übersetzungen, auf die ja Albo angewiesen war, aus Handschriften zu ermitteln gesucht. Von christlichen Denkern ist insbesondere Thomas (I S. 2; 79; III 218) herangezogen. Der Plan der Bücherei erforderte viel knappere Fassung als etwa bei Wolfson; und im einzelnen ist manches zu ergänzen1; aber zur Erkenntnis des Schriftstellers und seiner Arbeitsweise liefern die Anmerkungen einen wertvollen Beitrag; es ist daher zu bedauern, daß das Register nur die biblischrabbinischen und die aristotelischen Stellen anführt und sich bezüglich aller anderen Zitate mit einem Index of sources von 3y2 Seiten ohne Nennung von Seitenzahlen begnügt. Auch manche Bemerkungen lexikalischer Art (z. B. II S. 48) hätten ein Register verdient. Im allgemeinen kann man sich mit H;s Auffassung des Schriftstellers wohl einverstanden erklären. Wo Ergänzungen nötig scheinen, ist wohl immer die Schreibweise Albos schuld, deren Unklarheit freilich manchmal beabsichtigt ist. 1 Zur Selbsterkenntnis bei Griechen, Arabern und Juden vgl. Heinemann, Pos. met. Sehr. I 70, 6.