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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 487

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 487 (sequence 18)
Language
German
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Die Erforschung des jüdischen Denkens im Mittelalter 487 Quellen ausreichend erklären und sich von den eigentümlichen Vorstellungen des Sohar oder der Gemeinde, aus der er hervorging, keine Spuren zu finden scheinen. Ähnlich wie bei Golomb ist die äußere Anordnung des weit umfangreicheren, besonders wertvollen Werkes, das H. A. Wolfson1;den Ein wänden des Crescas gegen das aristotelische Denkbild widmet. Auch er stellt dem Text eine englische Übersetzung gegenüber; er versieht sie allerdings mit einem sehr ausführlichen Kommentar; auch er schickt eine allgemeine Einleitung über Methoden und Quellen des Schriftstellers voraus und läßt ihr einige Abschnitte über die Stellung des Crescas und seiner wichtigsten Vorgänger zu den Problemen der Naturphilosophie folgen; abschließend behandelt er das Auf dämmern des neuen Weltbildes bei Crescas. An Text und Übersetzung schließt sich eine Übersicht über die Handschriften. Beigegeben ist eine Bibliographie, ein sehr sorgfähiges Sachregister, Verzeichnis sämtlicher Anführungen aus griechischen, arabischen, jüdischen und christlichen Denkern, sowie eine Zusammenstellung der hebräischen, arabischen und lateinischen .Fachausdrücke. Im Gegensatz zu den völlig unzureichenden seitherigen Ausgaben begründet W. seine Edition auf 11 Handschriften, die fast durchweg einen lesbaren Text ergeben. Zu bedauern ist allerdings, daß W. der Kennzeichnung dieser Handschriften, ihres Wertes und ihres wechselseitigen Verhältnisses, S. 704, ganze fünf Zeilen widmet. Gerade weil er nur einen kleinen Abschnitt ediert, der Leser also aus seinem kritischen Apparat sich unmöglich ein abgeschlossenes Urteil bilden kann, wäre es sehr dankenswert gewesen, wenn W. den Vergleich der — von ihm zum ersten Male in dieser Vollständigkeit herangezogenen — Handschriften durch das ganze Werk durchgeführt und in einer kritischen Praefatio sein Urteil begründet hätte. Das hätte viel Arbeit und auch einigen Raum gekostet; aber in einer Edition muß allerdings ,,das Ganze früher dasein als der Teil.“ Über die Meinung des Verfassers ebd., daß die Handschriften nicht auf einen Archetypus, sondern auf verschiedene Nachschriften von Schülern zurückgehen, ist der Leser nach seinen Angaben nicht imstande zu urteilen. Die sprachliche Erläuterung sucht vor allem der Terminologie zu 1 Harry Austryn Wolfson, Crescas* Critique of Aristotle. Problems of Aristotle ,s Physics in Jewish and Arabic Philosophy. (Harvard Semitic Series. Hrsg. v. J. R. Jewitt, D. G. Lyon, G. F. Moore. Vol. VI.) Cambridge U. S. A., Harvard Univ. Press; London, H. Milford, 1929. XVI, 759 S. 8®. Vergl. meine Besprechung DLZ 1930, 1114 ff.

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