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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 485 (sequence 16)
Language
German
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Die Erforschung des jüdischen Denkens im Mittelalter 485' des Jüdisch-Theologischen Seminars mit deutscher Übersetzung herausgegeben hat1. Mose ist ein Kompilator, der aus fremden und eigenen Religionsgesprächen vor allem Bedenken gegen die Lehre von der Dreieinigkeit und ihre philosophische Umdeutung zusammenträgt, ohne in seiner Schrift auf Gedankenfortschritt und logischen Aufbau Gewicht zu legen. Es ist daher verdienstlich, daß Simon seiner Ausgabe eine systematische Darlegung der Hauptgedanken voranschickt und auch die christlichen Systeme zu ermitteln sucht, die dem Apologeten vorschweben. Insbesondere bespricht er das Verhältnis zu Thomas von Aquin und Raimundus Lullus. Die einleitenden Versuche, die älteren griechischen, jüdischen und christlichen Quellen Moses zu bestimmen, behalten allerdings nicht immer genügend im Auge, daß die Nennung eines Namens keinen Schluß auf unmittelbare Benutzung der Werke gestattet; Editionstechnik und sprachlicher Ausdruck der Arbeit (die mir im ersten Entwurf, nicht im druckreifen Manuskript Vorgelegen hat) lassen zu wünschen übrig. Aber als verdienstlicher Beitrag zur Geschichte der jüdischen Apologetik kann sie gelten, gerade weil Mose nicht originell ist und daher einen Schluß auf diejenigen apologetischen Gedanken gestattet, mit deren weiter Verbreitung zu rechnen ist. Einem Kapitel aus der Begriffslehre des Gersonides widmet Julius Guttmann2 eine — zumal methodisch — wertvolle Abhandlung. Bekanntlich verhilft nach Gersonides nicht nur die Erkenntnis der überirdischen Welt zur Unsterblichkeit, sondern auch diejenige der Objekte der Sinnen weit. Allem Anschein nach war der große Mathematiker bestrebt, dem Lieblingsgebiete seiner Forschung, gemäß der Denkweise der Zeit, auch eschatologische Bedeutung zu sichern. Aber selbstredend führt er seine Lehre streng wissenschaftlich durch; seiner Darstellung sucht Guttmann gerecht zu werden, und zwar auf Grund eingehender Kenntnis der Problemgeschichte wie der Problemlage. Er beleuchtet daher die Lösung systematisch und philosophiegeschichtlich; er zeigt, wie die ,,Schwierigkeit des aristotelischen Formbegriffs, der das 1 Simon, Mose ben Salomo aus Salerno und seine philosophischen Auseinandersetzungen mit den Lehren des Christentums. Ohlau 1981. XX, 86 S. 8Festschrift zum 75jährigen Bestehen des jüd.-theol. Seminars, Breslau 1929, II 131 ff.

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