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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 478

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Die Erforschung jüdischen Denkens im Mittelalter
Date
1932-01-01
Page
Seite 478 (sequence 9)
Language
German
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478 I. Heinemann Denn wenn auch natürlich mit Ungenauigkeiten in gelegentlichen Seiten• bemerkungen Maimunis zu rechnen ist, so handelt es sich hier, auch nach D., doch um eine wohlerwogene, grundlegende Definition Maimunis. Eine nochmalige Behandlung des Problems müßte, glaube ich, die Motive schärfer scheiden, die in Maimunis Behandlung Zusammengehen; das psychologische (Unterscheidung zwischen dem Vorgang im Propheten und zumal im Philosophen J, das dogmatische (Rechtfertigung des Vertrauens zur Prophetie), das apologetische (Ablehnung falscher Propheten, zumal Religionsstifter)1 2 3. Die beiden ersten Motive ergeben für jeden rationali■ stischen Verteidiger einer außerrationalen Erkenntnismöglichkeit, nicht erst für den jüdischen* eine kaum lösliche Schwierigkeit; lehrt die psychologische Betrachtung unzweifelhaft die Eigenart des prophetischen (oder, wie der Grieche sagt, man tischen) Erkennens, so gibt der reine Rationalismus sich selbst auf, wenn er dessen Überlegenheit anerkennt. Maimuni ver* mittelt, anknüpfend an solche Symptome eines außerrationalen Fuhlens beim naiven Menschen und selbst im Tierreich, deren Wert auch der Rationalismus (schon der griechische) unmöglich bestreiten konnte*. Mit diesen setzt er die Prophetie in Beziehung; aber er sucht ihr doch so viel rationale Züge abzugewinnen wie möglich, vor allem in ihrer höchsten Form, der Prophetie des Moses. Daß freilich an manchen Stellen bald der Rationalismus, bald der ״Psycbologismus“ in gelegentlichen Bemerkungen einseitig durchbricht, ist richtig und in der grundsätzlichen Unvereinbarkeit einer rein rationalistischen Erkenntnislehre mit dddyj Tatsachen der Religionsgeschichte wie mit den für Maimuni maßgebenden Lehren der jüdischen Religion begründet. Auch die Abhandlung über die Teleologie geht von einem Widerspruch aus. More III 13 ״lehnt Maimuni jede Teleolögj#) ab, ja, bezeichnet alles Suchen nach einem Zweck in diesem Dasein : als vergeblich und sogar irreführend.“ I 69 dagegen ״wird ei; geradezu als Notwendigkeit hingestellt, bei allen Dingen nach ihrem Zweck zu fragen.“ Und während an letzterer Stelle ״int׳ 1 M. Th. יסודי התורה VIII 3; More II 40 g. E., wo die Beziehung auf Mohammeds Sinnlichkeit schon von Albo Iqq. I 24 richtig verstanden) wurde. 2 Für die Stoa habe ich die Schwierigkeit Poseidonios’ met. Sehr* l| 463 ff. dargestellt. 3 Ich habe ebd. 333 ff. gezeigt, wie die griechische Lehre vom ma|»; tischen Vermögen der Tiere in die (für die Araber maßgebende) astrpf nomische Literatur übergegangen ist, und 335, 2 auf Nachwirkungen bei den Lauteren Brüdern hingewiesen. Wenn sich diese Spuren weiter ve^ff folgen lassen, so wäre der Zusammenhang zwischen als Instinkt und als wichtiger Faktor der prophetischen Erkenntnis wesentlich stündlicher.

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