Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 5 · p. Seite 467

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 5
Article
Text teilw. in hebr. Sprache
Date
1932-01-01
Page
Seite 467 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829989-2837870--51493-2837908
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Schebua ha-ben 467 Abend des 6. Tages nach der Geburt eines Knaben, der ,,Teilet es sitt“ (6. Abend), ein Fest gefeiert. Mit dem Rufe ,,Schischa“ (sechs) ziehen die ”Kinder in den Straßen *umher, worauf sie mit Süßigkeiten' beschenkt werden. Am 7. Abend, Abend des Elia- Bundes, ,,Leilet Akd Elias“, findet im Hause der Wöchnerin ein Mahl statt, und darauf wird die ganze Nacht vor der Beschneidungsfeier mit Gebet und Lobgesängeh ausgefüllt1. Wie die Menschen im Orient allgemein in ihrem Denken und Leben konservativ sind, so haben auch die Juden im Orient mit größerer Treue die überlieferten religiösen. Sitten bewahrt als die Juden im Abendlande. V011 der ,,Festwoche des Sohnes“ ist: bei den Juden des Abendlandes nur das Festmahl übriggeblieben, das in manchen Orten am Freitagabend der Festwoche im Hause der Wöchnerin veranstaltet wird2. 2. Der konservative Sinn der Juden im Orient tritt uns noch bei einer anderen religiösen Sitte entgegen. Wie bei den alten Arabern3, so dauerte auch im alten Israel die Hochzeitsfeier sieben Tage*. Im talmudischen Zeitalter fand an jedem Tage der Hochzeitswoche ein Mahl statt, zudem täglich neue Gäste kamen und bei dem das Tischgebet in die Benediktionen für das Brautpaar ausklang5. Die siebentägige Hochzeitsfeier hat sich bei den Juden in Kairo, Bagdad, Jerusalem und auch in Indien noch bis in die Gegenwart erhalten6. Von den Juden im heiligen Lande berichtet Sirncha b. Josua, daß sie das tägliche Mahl in der Hochzeitswoche mit Musik und Tanz begleiten7. Wie bei den Juden im Orient, so ist die siebentägige Hochzeitsfeier auch bei den Mohammedanern üblich, die ihre Freunde sieben Tage nach der Hochzeit bewirten8. 3. Geburt, Hochzeit und Tod sind die wichtigsten Momente des Menschenlebens. Wie die Festwoche nach Geburt und. 1 Jüdische Enzyklopädie s. v. Bagdad 962 f. . \! 2 Pachad Jizchak s. v. 46 סעודת אברהםb. 3 Gunkel, Genesis 4 329.; 4 Gen 2927* Ri 1412. Tob 1117. 5 j. Ketub. 25c. Krauß II 41. 6 Sappir I 10a. J. J. Benjamin 144. Luncz 16. Sappir 1174; 1 Eisenstein, Ozar massaot 245b. 1 8 Lane III 136 Note 2. 30•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.