Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 452 (sequence 41)
- Language
- German
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- Lod 1× ep/1045074
- Tiberias 1× ep/1048138
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452 A. Büchler Verdammnis als eine zeitlich unbegrenzte, vielleicht als ewige dar, und schrieb deren Beginn der wohlgemeinten, aber die möglichen Folgen nicht ermessenden Vermittlung R. Meirs bei Gott zu, die ein Jahrhundert später das Eintreten eines zweiten Lehrers, R. Johanans, nach seinem Tode bei Gott für Eli§a's endgültige Erlösung notwendig machte. Von wem die strengere Beurteilung Elisa's ausging, ist in Ermangelung zeitgenössischer Äußerungen nicht leicht zu ermitteln. Die selbstgewisse Annahme von Smolenski1 und Weiß2, daß EliSa' den R. Akiba verspottete, weil er erst im fortgeschrittenen Alter Thorah zu lernen begonnen hatte, und R. Akiba ihn dafür als Häretiker und Verfolger seiner Brüder brandmarkte, ist nicht nur durch nichts beweisbar, sondern ist auch durch die von EliSa' angeführten haggadischen Auslegungen des R. Akiba klar widerlegt. Da wir keine Nachricht haben, daß Elisa' außer R. Akiba irgend einen Lehrer angeführt hat, muß er im Gegenteil sich R. Aldba angeschlossen oder dessen haggadische Vorträge gehört haben, und da auch R. Meir Schüler des R. Akiba war, muß Elisa' bei diesem früher, wahrscheinlich noch in Lydda, sich auf gehalten haben. Rabbis strenges Urteil dürfte von seinem Vater oder einem andern Kollegen des R. Meir in Tiberias, vielleicht von R. Simon b. Johai, herrühren, und gründete sich, wie die Abwehr seiner Tochter zeigt, auf Eliäa's anstößige Handlungen und wahrscheinlich auch auf die Tatsache, daß Elisa' selbst in seinen Aussprüchen3 wohl Taten der Menschenliebe und fleißiges Thorahstudium, aber nicht auch die Beobachtung der Gebote 1 In השחר, III, 1872, 647—49; er erklärt den Vorwurf des R. Johanan gegen R. Meir׳als dadurch verdient, daß dieser es gewagt hatte, Elisa‘ als verdienend, im Feuer der Hölle verbrannt zu werden, zu erklären, während R. Johanan Elisa6 verteidigte und aus der Hölle erlöste. Besagt aber der mit גבורתא eingeleitete Ausruf auch nur annähernd das von Smolenski Behauptete? Hat nicht R. Meir der Hoffnung* Ausdruck gegeben, daß Elisa6 in Buße gestorben sei, somit ins ewige Leben eingehen werde? Erlöste er nicht unmittelbar nach Elisa6s Bestattung durch Gebet und Selbstauf- Opferung diesen aus dem Feuer Gottes? Und nahm er sich nicht vor, nach seinem Tode die Thorahgelehrsamkeit Elisa's für seine Erlösung vor Gott geltend zu machen? Und nahm nicht die Überlieferung, die R. Johanans Entschluß zugrunde lag, die ewige Verdammnis Elisa's an? 2 דור דלר חילרשיו II, 141. 3 ARN 24, 39a, b: אדם־ שיש בו מעשים טובים-ולמד חורה הרבה.