Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 444

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
Date
1932-01-01
Page
Seite 444 (sequence 33)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829988-2837636--51463-2837834
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

444 A. Büchler der künftigen Welt1 2. In einer anonymen Auslegung der Worte Jakobs in Gen 3735: Ich werde hinuntersteigen zu meinem Sohne trauernd in die Gruft, heißt es: Vielleicht werde ich den Tod der Frevler sterben, in dieser Welt und in der künftigen Welt. Nach Ansicht seiner Zeitgenossen wollte Gott Elisa' wegen seiner Thorahgelehrsamkeit von solcher Strafe in der Hölle und von der auf dieselbe folgenden Vernichtung seines Körpers und seiner Seele bewahren. Oder wurde Eliäa‘ zu den schwersten Sündern, die von den Lehrern aufgezählt werden, gerechnet3: ,,Hinter den Ketzern, den Abtrünnigen, den Angebern, den Epikureern, denen, die die Thora geleugnet, die sich von denWegen der Gemeinde losgesagt und dieAuferstehung geleugnet haben, schließt sich die Hölle, und sie werden in derselben gezüchtigt durch viele Geschlechter, so daß שאול vergeht, sie aber nicht vergehen".. Denn Eli§a' leugnete Lohn und Strafe auf Erden und die Auferstehung, die wahrscheinlich das Fortleben der Seele im Himmel und Vergeltung im Jenseits bedeutet4, und dafür ewige Verdammnis verdiente5. Aber wie 1 Sifre Num. 15, 31, 112, 33a: כי דבר ה׳ בזה הכרח תכרת, הכרת בעולם הזה, תכרת לעולם הבא דברי רבי עקיבא. 2 Tanhum. ויגש B. 10: כי ארד אל בני אבל שאולה, שמא אני מת במיתת הרשעים.בעולם הזה ולעולם הבא; Tanhum. ואני מת בשבי עולמות :9 ויגש, vgl. Abrahams, Studies in Pharisaism, II, 1914, 41—47: The second death. 3 Tos. Synh. 13, 5; Baraitha Ros ha San. 17a; Seder ‘Olam, III; Derekh eres II. 4 Der hellenistische Jude des Celsus (bei Origenes, Contra Gels. II, 5; M. Freimann in MGWJ 56, 1912,169)sagt:Die Lehre von der Auferstehung der Toten, vom jüngsten Gericht, von der Belohnung, die dem Gerechten auf bewahrt ist, von dem Feuer, das den Gottlosen erwartet, sind ein altes, abgebrauchtes Geschwätz. Vgl. jedoch S. 173. 5 In der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts sagte R. Ilaninah, Babha mes. 58b unten: Alle, die zur Hölle hin abfahren, kommen wieder herauf, mit Ausnahme von dreien, die nie wieder heraufkommen : wer mit einer Ehefrau ehebrecherischen Umgang pflegt, wer einen andern öffentlich beschämt, und wer jemand bei seinem Spitznamen nennt. Abgesehen von dem der schweren Strafe kaum entsprechenden Grade der zwei letzten Sünden, die aus der Zeit des Lehrers zu erklären sind, kannte R. y anin ah ewige Verdammnis nur in Ausnahme fällen; sonst ist die Züchtigung in der Hölle zeitlich begrenzt, und die Dauer der Strafe nach dem" Charakter des Sünders undsdem Grade seiner Vergehungen bemessen. Auch scheint R. Raninah die Vernichtung des Körpers und der Seele nach -zwölfmon'ätlicher Bestrafung für schwere Sünden gewisser Art nicht zu beachten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.