Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 31)
- Language
- German
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442 A. Büchler Rauch aus dem Grabe Ahers auf, und ein Trauerredner sprach über R. Johanan folgendes (hebräisch): Selbst der Pförtner (der Hölle) widerstand unserem Lehrer nicht! Als die Tochter Ahers zu Rabbi kam und ihn um Unterstützung bat, und er erfuhr, wessen Tochter sie war, sagte er zu ihr: Gibt es noch Nachkommendes Mannes auf Erden trotz. Hiob 18lö? Als sie ihm erwiderte: Gedenke seiner Thorahgelehrsamkeit und gedenke nicht seiner Handlungen! kam Feuer vom Himmel herab und umzüngelte den Stuhl Rabbis, und er sprach weinend: Wenn Gott für die, die seine Thora verachten, solches tut, um wie viel eher für die, die sich derselben rühmen1. Wie nach seinen, auf dem Sterbebette gesprochenen Worten R. Johanan b. Zakkai nach seinem Tode eine von zwei mögliehen Vergeltungen erwartete, das Paradies oder die Hölle, Berakh. 28 b, nach dem Urteile seiner Jünger und Zeitgenossen das erstere, sprachen nach dem Ableben Eliäa's seine Zeitgenossen, die seinen Lebenswandel mit Verdruß beobachtet hatten, von den beiden möglichenVergeltungen in seinem Falle, doch in völlig verschiedener so Ausführung. Es war seinen Zeitgenossen klar, daß Elsia' für seine Handlungen es verdiente, von Gott zur Hölle verurteilt zu werden, und außerdem, wie Rabbi und sicherlich auch andere Lehrer nach der angeführten Bibelstelle glaubten, seine Nachkommen aussterben zu lassen. Doch war in seinem, dem Beobachter offenen Leben außer seinen anstößigen Handlungen noch eine andere Seite zu beachten, sein eifriges Thorahstudium und dessen Ergebnis, seine Kenntnisse, die im Urteile der Lehrer die von Gott zu bemessende Vergeltung entscheidend bestimmten. Der technische Ausdruck מידן לידיעיה macht es nicht klar, ob bloß eine zeitweilige Abbüßung der schweren Versündigung in der Hölle gemeint war, welche später ein Eingehen in die künftige Welt, 1 Der Vorfall muß in die ersten Jahre der öffentlichen Wirksamkeit Rabbis fallen, da die Tochter Elisacs höchstwahrscheinlich eine jüngere Zeitgenossin R. Meirs war und ihren Vater kaum dreißig Jahre überlebt haben dürfte, da dies in Jerusalem vor dem Jahre 70 geboren wurde und im Jahre 170 über hundert Jahre alt gewesen wäre. Nach jer. Besah V, 63a, 40 hörte R. Meir, wie am Sabbath beim Mahle in der Hochzeitswoche des R. Simon, des Sohnes Rabbis, die Gäste als Ausdruck der Freude die Oberseiten ihrer Hände zusammenschlugen, und tadelte es als eine Sabbathübertretung. ״Rabbi, der R. Meir nie vorher gesehen hatte, mißbilligte den Tadel. Somit lebte R. Meir noch, als Rabbis Sohn heiratete.