Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 432 (sequence 21)
- Language
- German
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432 A. Büchler war, sollte das von Gott vom Himmel herabgesandte Feuer an EliSa's Körper im Grabe die ihm zugemessene Höllenstrafe ganz oder zum Teile vollstrecken und er nach vollständiger Abbüßung derselben während eines, im Berichte auch andeutungsweise nicht bestimmten Zeitraumes überhaupt nicht mehr, oder nur für kurze Zeit in die Hölle geschickt werden. Hieraus würde mit großer Wahrscheinlichkeit gleichzeitig folgen, daß Gott die Strafe für Eli§a‘s Sünden nicht erst am Tage des großen Endgerichtes, sondern unmittelbar nach seinem Tode, nach dem in der rabbinischen Literatur vorausgesetzten Verhöre vor Gottes Richterstuhl, durch Urteil über ihn verhängte, Falls der Satz R. Akibas, ‘Eduj. 2, 10, daß die Strafe der Sünderin der Hölle zwölf Monate dauert, überhaupt auf Eli§af, den schweren Sünder, und auf das Feuer, das seinen Körper im Grabe züchtigte, anwendbar ist, wäre es Gottes Absicht gewesen, das Feuer zwölf Monate lang im Grabe brennen zu lassen, und der Zweck der anhaltenden Züchtigung entweder völlige Vernichtung des Körpers, oder die von R. Jose b. Halaftha betreffs der Hölle gelehrte zeitweilige Reinigung des Sünders von seinen Vergehungen gewesen sein. R. Jose sagte1: Weder völlige Fromme, noch völlige Sünder werden (im Höllenfeuer) geläutert, sondern die Mittelmäßigen, — O Ewiger, rette meine Seele, Psalm 1164, vom Gerichte der Hölle! — DieSammaiten sagten: Sie fahren zur Hölle hinab, werden geläutert, und kommen schwebend wieder herauf, Zechar 139; die Hilleliten sagen: Solche sehen überhaupt das Innere der Hölle nicht infolge von Gottes Gnade, Psalm 634; Nehem 1322: Schone mein, o Gott, nach Deiner reichen Huld! damit sie vom Gerichte der Hölle gerettet werden2. Hiernach wäre . EliSa' als ein bloß mittelmäßiger Sünder der Läuterung durch das Feuer Gottes überantwortet worden, und nach überstandener Züchtigung einen Anteil an der künftigen Welt zu erwarten haben; . doch stehen dieser Annahme und der zugrunde liegenden Erklärung des Ausspruches des R. Jose ernste Schwierigkeiten im Wege 1 Aboth R. Nathan, 4t, 67a ff. 2 Schechter ־verbessert den Satz nach Tos. Synh. 13, 3; Baraitha Ros ha Sana 17a;־ es ist in der Tat schwierig, daß nach dem vorharidenen Wortlaute R. Jose — und, wie es scheint, schon R. Akiba in den unbestimmten Ausdrücken ih ,‘Eduj. 10 ,2־ — sollte die Ansicht der Sammaiten vertreten und weiter entwickelt haben.