Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 430

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
Date
1932-01-01
Page
Seite 430 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829988-2837636--51449-2837820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

430 A. Büchler ist auch nicht angedeutet, scheint aber, wie es später wird klar werden, sich in der Ruhelosigkeit der Gebeine im Grabe zu äußern, wie in der der Gebeine Jehudahs im Sarge während der Wanderung der Israeliten durch die Wüste, Sotah 7b. Das alleinstehende Beispiel solcher sichtbaren Strafe Eli sa‘s irrt Grabe statt der sonst von den Lehrern allgemein vorausgesetzten unsichtbaren Züchtigung in der Hölle legt die Vermutung nahe, daß in Gottes Wahl der Heimsuchung des toten Körpers auf Erden eine bestimmte Absicht vorlag. Ob Elisa' bei Lebzeiten Sadduzäer war oder nicht1, er leugnete den Glauben an Lohn und Strafe und jede Vergeltung nach dem Tode. Daß er hierin sicherlich nicht allein stand und in Galiläa Gesinnungsgenossen hatte2, war es für den religiösen Glauben von entscheidender Bedeutung, daß die Strafe Elisa's nicht in der dem menschlichen Auge unsichtbaren Hölle, sondern in dem allen Vorübergehenden sichtbaren Grabe yollstreckt werde. In einer Baraitha3 sagt R. Jehudah b. Ilai, daß (nach der Zerstörung Jerusalems durch Nebuchadnezar) das Land Israels sieben Jahre hindurch brannte, nach Daniel 927, Deut 2922. R. Berekhjah fragte den R. Helbö, dieser den R. Ammi, dieser den R. Eleazar (b. Pedath), dieser den R. Haninah, ob auch Jarobeam und seine Gesinnungsgenossen, die in der Erde Palästinas begraben sind, an der früheren Auferstehung der Toten in Palästina teilhaben werden, da R. Simon b. Laki§ im Namen des bar-Kappara anführte, daß Palästina in Psalm 1169 das Land des Lebens heiße4, weil seine Toten in der messianischen Zeit als erste auf erstehen werden? R. Haninah antwortete dem R. Eleazar mit Deut 2922: Schwefel und Salz, eine Brandstätte sein ganzer Boden; dazu bemerkte R. Berekhjah: Aus all diesen Fragen und der Antwort des R. Haninah ist nichts klar zu entnehmen, und was er meint, ist: da das ganze Land Israels — sieben Jahre hindurch — gebrannt hat, ist an Jarobeam und seinen Gesinnungsgenossen die für ihre Sünden über sie verhängte Strafe vollzogen worden, und sie haben 1 Siehe L. Ginzberg in Jewish Encyclopaedia, 5, 138—39. 2 Vgl. das Gespräch des R. Jose b. IJalaftha mit dem ungläubigen Sepphorenser in Gen. r. 14, 7; Midr. Psalm 2n; Bacher, Tannaiten II, 189. 3 Jer. Kilaj. IX, 32c, 27; jer. Kethub. XII, 35b, 21; Bacher, Tannaiten 11,177,1. 4 Vgl. Midr. Tannaim, p. 58, Nr. 11.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.