Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 15)
- Language
- German
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426 A. Büchler Während aber Eli§af meinte, daß die letzte Lebensstunde für die ihm von R. Meir nahegelegte Reue zu spät sei, war es R. Meirs religiöse Überzeugung, daß Reue, selbst im letzten Atemzuge gefaßt, von Gott angenommen wird, wie vor ihm auch schon Samuel der Kleine lehrte1: Und da war ein Frevler, lange lebend durch seine Bosheit: so lange der Mensch lebt, wartet und hofft Gott auf seine Reue; erst wenn er ohne Reue gestorben ist, ist seine Hoffnung verloren, wie es heißt, Prov 117: Mit dem Tode des frevlen Menschen schwindet Hoffnung2. Die letzten 'Worte besagen, daß nach seinem Tode Reue, falls noch möglich, nicht mehr nütze3, wie dieses auch R. Jonathan b. Eleazar in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts nachdrücklich betont4; seine Erzählung lautet5: Von zwei Sündern, die auf Erden Genossen waren, tat der eine vor seinem Tode Buße, während der andere es unterließ zu bereuen; der erst^re erzielte, daß er im Himmel an der Seite der Gruppe von Gerechten steht, während der andere an der Seite der Gruppe von Sündern seinen Platz hat. Als der Unbußfertige seinen ehemaligen Genossen auf der anderen Seite stehen sah, sprach er: Herrscht in dieser Welt Begünstigung? Wehe mir! Denn ich und er waren auf Erden beisammen, stahlen und raubten und begingen alles Böse miteinander, warum ist nun unser Los verschieden? Als ihm gesagt wurde, daß dies die Buße 1 Kobel. r. 7, 15: ויש רשע מאריך ברעתו, כל זמן שאדם חי הקב״ה מצפה לו לתשובה מת אבדה תקותו שנאמר במות אדם רשע תאבד תקוה , Bacher, Tannaiten I, 372, 2. 2 Vgl. Justin Martyr, Dialogus c. Tryphone 141, 466; Goldfahn in MGWJ 22, 1873, 258. 3 In Apoc. Baruch 85, 12: Denn siehe, wenn der Höchste das alles herbeiführen wird, so ist dort nicht wieder eine Gelegenheit für die Buße, . . . und nicht ein Wechsel für die Wege, und nicht eine Gelegenheit für Gebet, und nicht eine Entsendung von Bitten, und nicht Erlangung von Erkenntnis, und nicht Hingabe von Liebe, und nicht Gelegenheit für die Reue der Seele, und nicht Fürbitten für Vergehungen und nicht Gebet der Väter, und nicht Flehen der Propheten, und nicht Hilfe der Gerechten. Doch bezieht sich die ganze Stelle auf das letzte Gericht. Siehe die Kommentare zu Luk 1623.31, und Apoc. Ezra 7, 102 ff.; vgl. Montefiore, Rabbinic literature and Gospel teachings 358—60• 4 Pesikt rab. 198b; Bacher,-Palast. Amoräer I 86 ff., und die Erzählung von R. Simon b. Lakis und seinen Raubgenossen in Pirk© R^ Eliezer 43. 5 Kohel. r. 1, 15; Ruth r. 1, 17 III 3; vgl. Midr. Prov. 6, 6.