Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 5)
- Language
- German
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416 A. Büchler unterbrach, um seinen Lehrer zu begrüßen, und er ihn bis an das Ende der am Sabbatb erlaubten Entfernung außerhalb Liberias begleitete und, soweit aus dem Berichte zu ersehen ist, seinen Vortrag nicht wieder aufnahm, könnte es scheinen, daß er den eigentlichen Gegenstand seiner Auslegung noch nicht erreicht hatte. Anderseits legt der ausführliche Bericht nahe, daß er dem Eli§a‘ auf Befragen die Hauptgedanken aller seiner beabsichtigten Ausführungen mitteilte und am Schlüsse des Vortrages zu dem Verse seines Ausgangspunktes zurückgekehrt sei, wonach Gott das Ergebnis des später wieder aufgenommenen Studiums der dem Gedächtnis entschwundenen Thorah durch Seinen Beistand und Seinen Segen verdoppelt. Die offensichtliche Ermunterung für seine Zuhörer, das längst fallengelassene Thorahstudium wieder aufzunehmen, scheint in den damals in Galiläa bestehenden Verhältnissen ihre Erklärung zu finden. In Judäa war der Kampf um das tägliche Brot unter den Lehrern und Jüngern ein schwerer1, und wurde durch die politischen Wirren vom Jahre 117 ab noch verschärft. Die Not zwang manchen, das Studium zeitweilig zu unterbrechen und schließlich ganz aufzugeben und sich einem Broterwerb zuzuwenden. So weist R. Matthia b. Hara§ seinen Studiengenossen und Lehrer R. Jo§iah zurecht, weil er das Studium der Thorah, der Worte Gottes, aufgebe, um sich völlig einer ge ׳ wohnlichen Beschäftigung zuzuwenden (ARN 1, la). Wenn solche Trennung vom Studium sich länger ausdehnte, vergaß Lehrer und Schüler natürlich das im Lehrhause erworbene, nur mündlich bewahrte und nur durch unablässige Wiederholung erhaltbare Wissen infolge der völligen Hingabe des Studierenden an den schweren, alles Andere verdrängenden Broterwerb. Ein Kollege des R. Meir, R. Simon b. Johai, bemerkte zu Kohell152: Der Krummgewordene ist der, der ursprünglich grad war und später krumm wurde: der Thorahgelehrte, der sich vom Studium losgesagt hat. Jehuda b. Laki§ im Namen des R. Simon b. Gamaliel II, ihres Kollegen, sagt3: Von demselben sagen Prov 27s: Wie ein Vogel, 1 Vgl. R. Eleazar Hisma und R. Johanan b. Nuri in Horaj 10 a ff.; Bacher, Tannaiten I, 368, 4; jer. Pe’ah VIII, 20 d, 33. 2 Ragig I, ל; Baraitha 9b; Tos. 1, 8; Koheb r. 1, 15'; Bacher, Tannaiten II, 90, 3- 3 Kohel. r. 1, 15; Bacher, Tannaiten II, 331, 1.