Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Erlösung Elisa b. Abujahs aus dem Höllenfeuer
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Erlösung Elisa‘ b. Abujahs aus dem Höllenfeuer 415 zerfiel R. Meirs Sabbathvortrag in drei Teile, in denen er den einen Gedanken entwickelte, daß das vom Manne in der Jugend Erworbene oft verloren geht, während das im Alter Gewonnene erhalten bleibt. Den Ausgangspunkt bildete der reiche Ersatz, den Gott Hiob für sein von Ihm vernichtetes Vermögen gewährte; und der allgemeine Satz, daß das Ende einer Sache besser sei als ihr Anfang, wird durch Hiobs Schicksal, durch den Verlust und die Erhaltung von Kindern, Geschäftsgewinnsten und Thorahkenntnissen beleuchtet* 1. Die technischen Ausdrücke דרש und פתח, die Eliäa* auf die von R. Meir zu Grunde gelegten Bibelstellen anwendet und in der weiteren Ausführung im Sinne von Erläuterung durch Gleichnisse versteht, finden sich schon in dem Bericht vom Sabbathvortrage des R. Eleazar b. 'Azarjah in Jamnia2. Da R. Meir im dritten und letzten Gleichnisse von der Erwerbung von Thorahkenntnissen sprach und den dritten und letztangeführten Bibelvers, Hiob 2817, auf das Erwerben und Verlieren solcher Kenntnisse bezog, bildete höchstwahrscheinlich das Studium der Thorah den eigentlichen Gegenstand seines Vortrages, und zwar, wie angedeutet, mit Betonung der Erfahrung, daß Thorah schwer zu erwerben sei, aber leicht vergessen werde. Da er seinen Vortrag verlieren wie Glasgefäße. Da sprach Elisa‘ zu ihm: Dein Lehrer R. Akiba hat nicht so gesagt, sondern: So wie Gefäße von Gold und Gefäße von Glas, obwohl zerbrochen, wieder hergestellt wTerden können, so gibt es für den Thorahgelehrten, auch wenn er gesündigt hat, eine Heilung. Hier ist R. Meir, wie in jer., der Urheber des ersten Satzes, während der zweite von Elisa‘ im Namen des R. Akiba angeführt wird. Hiernach führte er auch im Berichte des jer. auch nach dem dritten Ausspruche des R. Meir, wie nach dein ersten und zweiten, ursprünglich R. Akibas Auslegung an, und ist dort אמר לו, $7קיבא רבך לא אמר כך אלא ausgefallen. Vgl. Bacher, Agada der Tannaiten, I, 298, '1. 1 In ARN 3, 8 b, erläutern R.Ismael u. R. Josua Kohel. 11,6: Wenn du in deiner Jugend Thorah gelernt hast, sage nicht: Ich lerne im Alter nicht, sondernlerne Thorah (auch im Alter), denn du weißt nicht, welche erfolgreich sein wird; heirate in deiner Jugend und heirate im Alter, zeuge Kinder in deiner Jugend und zeuge Kinder im Alter, denn du weißt nicht, ob dir beide erhalten bleiben. Höchstwahrscheinlich führte R. Meir den Ausspruch des R. Ismael oder den ähnlichen Satz des R. Akiba oder des R. Josua, seiner Lehrer an, und derselbe wurde irrtümlich durch den von Elisa‘ angeführten ähnlichen Ausspruch des R. Akiba verdrängt. 2 Baraitha Ragig 3a ff.; jer. I 75d; Tos. Sotah 7, 9; Mekhil. Exod. 13, 2, 18b; ARN 18, 34a; Bacher, Tannaiten I, 213, 6.