Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorff 403 legung in irgend einer Weise gedacht werden. Wie wäre es, wenn der Druck in einer Ihnen zur Verfügung stehenden Zeitschrift begonnen würde? Die Correctur und ev. einzelne Anmerkungen will ich mit Freuden beisteuern. Besonders dankbar bin ich Ihnen für Ihre seltene Freundlichkeit, mit der Sie meinen Wunsch in Betreff der Geschichte der Juden in China berücksichtigt haben. Wohl haben wir es nur erst auf etwa 240 Abonnenten gebracht, aber 300 Exemplare werden abgezogen, und so mußte auch das Facsimile in gleicher Anzahl angefertigt werden. Es wird für mich ein Fest sein, Ihren Beitrag unserer Zeitschrift einverleiben zu dürfen, aber es wäre unverantwortlich, wollte ich Ihnen nicht zu bedenken geben, ob Sie den Artikel nicht lieber der Jewish Quarterly Review in London senden wollen68. Ich wäre glücklich, wenn ein Mann von Ihrer geistigen Unabhängigkeit über die Frage der Vertretung der jüd. Wiss. an Universitäten in einem deutschen Organ sich äußerte69. Koehler sollte Exemplare der ״Weltliteratur“ an alle litterarischen Zeitschriften Deutschlands senden; mich selbst hat Ihre große Güte verhindert, die Schrift anzuzeigen. Mit höchster Bewunderung, aber aus der Ferne der Unkenntnis ver״ folge ich Ihre asiatischen Studien. \ Auf das Familienrecht freue ich mich schon deshalb, weil die Materie mir zugänglicher sein wird70. Empfangen Sie wohlwollend die beiliegenden Arbeiten71. Nächstens beehre ich mich, wenn Sie es erlauben, auch mit meinem Bilde aufzuwarten. Ihre freundlichen Mittheilungen jetzt mit besonderer Ungeduld er״ wartend, Ihr verehrungsvoll ergebener D. Kaufmann. Nr. 13. v. Möllendorff an Kaufmann. Shanghai, den 1. Februar 189572. Geehrter Herr Professor! Haben Sie herzlichen Dank für Ihr liebenswürdiges Urtheil über meine Weltliteratur. Leider werden die meisten Leser die Einleitung nur flüchtig lesen und meinen Hauptbeweggrund für die Arbeit einfach ignoriren, daß es mir nämlich darauf ankam, vernachläßigte Literaturen in die Weltliteratur als gleichberechtigt einzureihen. Ich habe Exemplare an Köhler in Leipzig geschickt. Die englische Übersetzung Ihres Aufsatzes73 kommt mit dieser Post. Der Styl ist mir nicht besonders gelungen und trifft den von Ihnen an״ geschlagenen Ton nicht, so wie ich gewünscht hätte. Immerhin ist es aber eine treue Übersetzung, die ja der Drucker in England und Amerika, ohne das Original zu verstehen, nach Herzenslust verbessern kann. Nehmen Sie sich, bitte, des Aufsatzes über die Juden in China74 freundlich an . . . Joel’s Blicke5׳ habe ich endlich erhalten und mit Genuß gelesen; ich habe dem wahrheitsuchenden Philosophen einen Ehrenplatz in meiner Bibliothek gegeben. 26*