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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
Date
1932-01-01
Page
Seite 402 (sequence 13)
Language
German
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402 Eugen Mittwoch Nr. 11. Kaufmann an v. M ö 11 e n d o r f f. [Budapest, den 29. Oktober 189457.] Hochverehrter Herr! Mit heller Freude und warmem Danke habe ich Ihre mir so werthvolle Schrift begrüßt, in der Sie mir persönlich noch obendrein eine so unver״ diente Überraschung bereitet haben58. Sowohl die Einleitung als der Inhalt sind mir völlig neu und verändert erschienen; von der Einleitung besonders wird jeder Leser noch viel, viel mehr gewünscht haben, so fesselnd und belehrend erscheint sie in ihrer jetzigen Gestalt. Verfehlen Sie nicht, einem Leipziger Buchhändler das Schriftchen für Europa zu übergeben59. Ihre Sendung war mir aber auch als ein Zeugniß Ihrer Hand so hoch willkommen, zumal ich seit meinem letzten Briefe ohne Antwort geblieben bin, die ich während der Ereignisse, in deren Mitte Sie jetzt stehen60, be~ sonders lebhaft vermißt habe. Möchte nur kein Brief verloren gegangen sein, eine Eventualität, mit der wir leider hier immer noch rechnen müssen. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen meine Schrift über Jakob Mantino61 bereits zugeschickt habe, und warte nur Ihre freundliche Antwort ab, bevor ich es thue, um Sie nicht zweimal damit zu behelligen. Augenblicklich beschäftigt mich eine historische Arbeit, mit der ich auch Ihr freundliches Interesse zu erwecken hoffe02. . In Karlsbad und Heringsdorf habe ich immer zu vernehmen gehofft, daß Ihre europäische Reise beschlossene Sache geworden ist, statt dessen kam die Kriegsbotschaft. Ihren gef. Mittheilungen ungeduldig entgegenharrend, empfiehlt sich Ihnen in verehrungsvoller Ergebenheit David Kaufmann Bpst. 29. Oktober 1894. Nr. 12. Kaufmann an v. Möllendorff. B[uda]p[est] 27 I 9563. Verehrtester Herr! Die helle Freude, die mir Ihr mir freundlichst gesandtes Bild und Ihr sehnlich erwarteter Brief bereitet haben, war ein erster Lichtblick nach schwerer düsterer Zeit. Der Tod einer 16״jährigen Nichte, eines blühenden vielversprechenden Mädchens, hat mich tief gebeugt64. Und seither hat der große Mahner noch zweimal erschütternd mich heimgesucht. Sie haben ein gutes Werk gethan, meiner wieder zu gedenken, zumal ich bei der Unruhe der Zeiten und der Ferne Ihres Wohnortes nicht ohne Bangen Ihr Still״ schweigen empfinden mußte. George Eliot65 hat mir während des russisch״ türkischen Krieges einmal geschrieben, sie wisse mich mit Unruhe in Pest; ich habe diese Äußerung jetzt verstehen lernen. Die Fülle litterarischer Nachrichten, die Ihr v. Brief mir bringt, war mir nach langer Entbehrung ein Labsal. Sowohl Mapu als Gordon müssen gedruckt werden66. Daß das Jahr vorübergehen mußte, ohne Sie nach Europa zu führen, war mir, sehr empfindlich. Aber Abraham Ibn Daüd sollte nicht darunter leiden67. Wenn Ihre Arbeit fertig ist, sollte an deren Druck״

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