Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 399

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
Date
1932-01-01
Page
Seite 399 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829983-2829988-2837635--51416-2837789
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllen dorff 399 die Marke wurde am 17. Nov[ember], dem 50״jährigen Jubiläum der Er״ Öffnung־ Shanghais, nur einen Tag lang emittirt. Zu den ״Förderern“ der jüd[ischenj Literatur können Sie mich jetzt schon rechnen. Wir haben hier eine große Zahl jüdischer Kaufleute, die aus Bagdad stammen und in Bombay ihre kaufmännische, resp. englische Erziehung genießen. Das hebräische wird dabei sehr vernachlässigt, ob״ schon es für die Leute, die sämmtlich arabisch sprechen, nicht schwer sein kann. Nur der Vorbeter kann etwas mehr als der Durchschnitt. Mit Mehreren befreundet, habe ich oft mit ihnen über hebräische Literatur ge״ sprochen und Einig'e haben sich auch Bücher von mir geliehen. Mit einer der letzten Posten ist nun die erste Ordre für hebr[äische] Werke an Schloß״ berger43 in Wien abgegangen. Ich hatte ihnen Lippe, der mich stets gut bedient, vorgeschlagen, aber sie zogen des Schloßbergerschen Kataloges wegen diese Buchhandlung vor. Der Vorbeter Ezekiel ist Kabbalist und schwärmt für הזוהר הקדוש, worüber er sich manchen Scherz von mir ge״ fallen lassen muß. Der Rezensent im Lit. Zentralblatt, der das neue, in der letzten Nummer Ihrer Zeitschrift angezeigt Werk über die Religionsgeschichte44.... Nr. 7. Kauf mann an v. Möllendorff. [Budapest, den 2. Januar 189445.] Verehrtester Herr! Ein Influenzaanfall hat mich verhindert, das mir durch Köhler zu״ gesandte Manuscript Ihrer ״Classilcer“ rechtzeitig zurückzuschicken. Ich habe mit großem Vergnügen und Interesse von der Arbeit Kenntnis ge״ nommen, deren Drucklegung mich herzlich freuen würde. Besonderen Dank sage ich Ihnen für die Berücksichtigung der späteren Litteratur der Juden46. Wenn ich mir die Vergünstigung ausbitten darf, die Correcturbcgen zu lesen, so will ich einige Schreibirrthümer in den jüdischen Namen berich״ tigen. Auch über die Aufnahme manches Namens bin ich verschiedener Ansicht, das läßt sich aber, wie Sie andeuten, bei einer solchen Zusammen־״ Stellung nicht vermeiden. Sehr freuen würde es mich, wenn Sie wieder die M[ona]tsschr[ift] mit einem Beitrage beehren wollten. Schon glaubte ich Ihrem g. Briefe eine solche neue Entsendung anfühlen zu können, als ich Ihre liebenswürdige Sendung entfaltete, die einen Markensammler in Extase bringen müßte. Leider kann ich Kindern keine Freude damit machen, werde aber um so genauer Zusehen, wem ich ein verdientes Entzücken damit bereiten kann. Haben Sie innigen Dank dafür! Lippe hat nicht nur mir, sondern, was mir allezeit mehr ist, meinen Eltern in Kojetein, bei denen ich damals weilte, mit Ihren überraschenden Worten eine rechte Festesfreude bereitet. Der brave Mann ist am 24. Dec. 70 J. alt geworden. Ihre Mittheilungen über Ihren Umgang mit Juden bringen mich aufs Neue zu der Bitte, daß Sie die Geschichte der Juden in China für die M[ona]tssch1־[ift] bearbeiten mögen. Vielleicht gelingt es Ihnen, durch Ihre Beziehungen einmal einen hand*♦

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.