Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 76 (1932)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Eugen Mittwoch Gang verloren haben, sind in diesem Jahre bedeutend in Rückstand ge» kommen. Ihre außerordentliche Güte hat mich diesmal ermuthigt, wider Gewohnheit so viel über mich selber zu sagen. Ungewöhnliche Freude hat mir Ihre Notiz für unsere Monatsschrift bereitet. Sie wird das erste Heft bereits schmücken36. Möge sie der Vor» läufer weiterer schätzbarer Mittheilungen und Beiträge werden. Ich hege noch immer die Hoffnung, daß wir einmal ein aufschlußreiches Wort über die Juden in China durch Ihre Güte erfahren werden. Was Jesuiten und Unkundige gesagt haben, bedarf sicher durchweg der Berichtigung und Umgestaltung37. Darum wäre selbst eine Neumusterung des sog. Bekannten, auch ohne neue handschriftliche Funde schon sehr verdienstlich. Ich werde mich innig freuen und geehrt fühlen, wenn mir das Manuskript, das Sie in Ihrem g. Schreiben erwähnen38, von Köhler zugehen wird; bisher habe ich es aber noch nicht erhalten. Vielleicht wird Ihre An» Wesenheit in Europa den Verleger bringen, den die Schrift sicherlich längst zu finden verdient hätte. Ihre gef. Mittheilung über die Fortführung Ihrer Memoiren ist meinem lebhaften Wunsch wie eine angenehme Erfüllung erschienen. Indem ich Ihnen noch aus beglückender Umgebung heraus meine ver« ehrungsvollsten Grüße sende, bin ich in aufrichtiger Ergebenheit David Kaufmann. Kojetein 1, Oktober 1893. Nr. 6. v. Möllendorff an Kaufmann. Shanghai, den 22. Nov. 189339. Sehr geehrter Herr Professorl Gestatten Sie mir vorerst, Ihnen mein herzliches Beileid zu dem Ver» lust Ihres Schwiegervaters auszusprechen, dem Sie einen so schön empfun» denen Nachruf40 gewidmet haben. In Sachen Ihrer Berufung nach Wien werden Sie wohl das Richtige getroffen haben. Ich hätte Sie gern in Wien gewußt, um Sie in einem größren Wirkungskreis versetzt zu sehen, und später Ihren persönlichen Umgang genießen zu können, da ich mich doch einmal nach Wien zurück» ziehen werde, auch glaubte ich der deutschen Sprache und Wissenschaft müsse daran liegen, Ihre Kraft ganz und ausschließlich zu besitzen. Das scheint man auch in Wien gedacht zu haben; Lippe41 schreibt mir, er habe meinen Brief an Sie geschickt, um Ihnen eine שמתת יום טוב zu verschaffen, eine so große שמחה wird es wohl nicht geworden sein. Besten Dank für die Insertion meines kleinen Aufsatzes42. Ein unver» wüstlicher Markensammler im Elsaß hat denselben zum Vorwand benutzt, um an mich um Marken zu schreiben, die ich ihm auch geschickt habe. Ich habe dabei auch an Sie gedacht; Sie haben gewiß Knaben (u[nd] Er» wachsene?) um sich, die von Ihrer Korrespondenz mit China gehört haben, und haben vielleicht auch schon Anfragen um ostasiatische Marken gehabt. Einliegend erlaube ich mir einige für dergleichen Sammler zu schicken, ich bemerke noch, daß die neue Shanghai Jubilee Stamp etwas ganz Rares ist,