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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1932-01-01 · Heft 4 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
76 (1932)
Issue
Heft 4
Article
Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorf
Date
1932-01-01
Page
Seite 397 (sequence 8)
Language
German
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Briefwechsel zwischen David Kaufmann und Paul Georg von Möllendorff 397 kreis angeboten hat. Daß Sie den Ruf angenommen haben, waren Sie sich selbst und der Wissenschaft schuldig; freilich werden Sie einen Theii Ihres Privatlebens opfern müssen, aber nach Eingewöhnen werden Sie doch in Wien zufrieden sein28. Ihren Artikel zum Neuen Testament29 habe ich, wie Alles von Ihnen mit Interesse gelesen. Ja, das wäre eine interessante Arbeit, wenn Herr Weiß, dessen Geschiehte] der jüdischen] Tradition ich jetzt (mühsam) lese, einen rabb[inischen] Com[mentar] zum N[euen] T[estament] schreiben wollte, aber er müßte dazu den Text in (punktirter) westaram[äischen] Über« Setzung geben30. Übersetzungen sind ja der beste Commentar u[nd] in diesem Sinne habe ich Delitzsch/s hebr[äische] Übersetzung] gelesen, die spätere (?) von Salkinsohn kenne ich noch nicht31. Über die Juden in China habe ich in chines[ischen] Quellen noch nichts ermitteln können, das bisher bekannte finde ich übrigens in Ginsburg7 s 32דביר; ich sehe aber, daß H. Cordier (ein Humbug), der kein Chin[esisch] versteht, jüngst eine Abhfandlung] ״Les Juifs en Chine“ P[aris] 1891 14 pp. veröff[entlieht] hat. Haben Sie für den einliegenden Artikel Verwendung?33 Er merzt einen neuerdings in die alttest. Bücher aufgenommenen Irrthum wieder aus. Meine Memoiren habe ich stets fleißig niedergeschrieben u[nd] arbeite von Zeit zu Zeit daran; veröffentlicht können sie leider erst werden, nach״ dem ich den Osten definitiv verlassen habe. Für meine Klassiker] der Weltliteratur] habe ich keinen Verleger gefunden und schreibe desh[alb] mit heutiger Post an m[eine] Buchhfand״ lung] K[öhler] in L[eipzig] mir das M[anu]sk[ript] schön gebunden zurück״ zuschicken; ich will es meiner Frau zu Weihnachten schenken. Vorher aber hätte ich sehr gern Ihr Urtheil über dass[elbej u[nd] hoffe Ihnen nicht allzuviel Mühe zu bereiten, wenn ich es Ihnen zuschicken lasse u[nd] Sie bitte mir Ihre kritischen] Bemerkungen zu schreiben. Nr. 5. Kaufmann an v. Möllendorff. [Kojetein, den 1. Oktober 189334.] Hochzuverehrender Herr! Ihr freundlicher Brief ist mir in mein Elternhaus nachgekommen, wo ich diesmal wie seit vielen Jahren mich schon sieben Wochen (seit meiner Rückkehr aus Karlsbad am 13. August) weile, um am 4. Oktober nach Pest zurückzukehren. Verklungene Seelenkämpfe hat Ihr gütiger Glückwunsch zu meiner Wiener Berufung erweckt. Ich habe ein hartes Jahr hinter mir, ausgefüllt von der Krankheit und der Trauer um den Tod meines Schwieger״ vaters35, der stets von dem Wunsche beseelt war, mich in Wien wirken zu sehen, und dann durch sein dem Ende zueilendes Siechtum die Haupt״ Veranlassung wurde, daß ich den bereits angenommenen Ruf wieder ab״ lehnen und bleiben mußte. So war mein hiesiger Aufenthalt eine wahre Heilung für mich, in noch wörtlicherem Sinne, als es allemal schon der Umgang mit Eltern und Geschwistern für mich gewesen ist. Meine Arbeiten, die auch sonst durch meine wankend gewordene Gesundheit den hastenden

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